Kurzer Hinweis: European Podcast Award

Nachdem wir letztes Jahr mit dem KaffeePod den European Podcast Award gewonnen hatten, wurde ich dieses Jahr gefragt, ob ich Mitglied der Jury werden will. Trotz knapper Zeit (wie man an diesem Weblog deutlich sieht…) wollte ich es mir nicht nehmen lassen, die verschiedenen Einreichungen zu begutachten. Es waren wirklich sehr unterschiedliche Produktionen, die es zu bewerten galt. Ich habe versucht nach besten Wissen und Gewissen zu urteilen. Das Gesamturteil steht aus – bisher wurde ich zumindest noch nicht informiert und das Weblog zum EPA gibt auch nicht mehr Informationen preis. Nun warte ich jedenfalls gespannt, ob es meine Favoriten (die ich natürlich hier noch nicht verraten kann) auch unter die Top-Platzierten schaffen. Abwarten und Podcast hören.

European Podcast Award

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob ich ein Interview für das Team des European Podcast Award (EPA) geben möchte. Der KaffeePod hatte diesen Preis gewonnen und nun sollten die Gewinner zu ihren Erfahrungen befragt werden. Als Stellvertreterin für das gesamte KaffeePod-Team habe ich mich (via Skype) mit Karen Høgh, die dänische Botschafterin für den EPA, über das Projekt unterhalten. Wer Lust hat, kann ja mal in die 2. Folge „The Votes and the Jury“ reinhören:

Der Podcast ist ziemlich lang (im Vergleich zum KaffeePod 😉 ), wer nur an den Inhalten zum KaffeePod interessiert ist, kann ab ca. der 10. Minute einsteigen. Das Ganze war ziemlich spontan und hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, welche Fragen mir gestellt werden würden … na ja, aber hört selbst.

 

And the winner is…

… KaffeePod! Gestern wurde der KaffeePod zum Abschluss des Betacampus-Projekts ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Projekttage der Universität statt, in denen das Begleitstudium vorgestellt wird.

Das Betacampus-Projekt wurde vor einiger Zeit ins Leben gerufen, nachdem die Uni Augsburg im Rahmen einer Ausschreibung 100.000 Euro vom Stifterverband erhalten hat. Dieses Geld sollte verwendet werden, um die Innovationskraft der Uni zu stärken. Umgesetzt wurde dieses Vorhaben im Rahmen eines Wettbewerbs, in dem Studierende und Mitarbeiter Ideen einreichen konnten.

Wir haben uns mit dem KaffeePod auch erfolgreich beworben – von 46 Einreichungen wurden 15 Projekte gefördert. Nachdem das Projekt nur mehr als ein Jahr lief, wurden wir gestern als das Projekt mit der größten Öffentlichkeitswirkung ausgezeichnet. Die beiden anderen Preisträger sind Uni-Navi (Kategorie Innovationskraft) und das Brauchwiki (Kategorie Anwendungsbreite).

Obwohl ich mich sehr über die Auszeichnung freue – vor allem, weil so auch das ganze Team öffentlich sein verdientes Lob bekommt, war ich streckenweise nicht ganz zufrieden mit der Umsetzung des Betacampus: Der Informationsfluss war leider teilweise nicht immer optimal und ich weiß von einigen anderen Projekten, die leider nicht auf so ein eingespieltes Team wie wir vom KaffeePod zurückgreifen konnten und als Einzelkämpfer mit der Umsetzung ihrer Ideen Probleme hatten. Falls es irgendwann eine Wiederholung eines solchen Wettbewerbs gibt, plädiere ich deshalb für ein gut ausgereiftes Projektmanagement, das sich vor allem durch Transparenz auszeichnet. Ich hoffe, dass alle Projekte und Ideen, die gestern nicht ausgezeichnet wurden, dennoch gut umgesetzt wurden oder werden, da die Ideen wirklich sehr clever waren und eine Förderung verdient haben.

Von Schafen und Schäfern

Dies ist eine Geschichte von Schafen und Schäfern. Eigentlich aber auch ein bisschen von Kaninchen. Versuchskaninchen. Könnte man jedenfalls so sagen, nachdem Gabi, angeregt durch Reinhard Bauer, auf die Idee kam, eine Schreibwerkstatt im Kolloquium durchzuführen. Das genaue Konzept kann hier nachgelesen werden. Laut Zeitplan war ich die Erste, die dieses Experiment mitmachen durfte. Ich habe mich dazu entschieden, diesen Blogbeitrag prozessbegleitend zu schreiben – im Moment (17.09.10) ist es also nur ein Entwurf, der dann nach der Durchführung der Schreibwerkstatt mit allen Erfahrungen veröffentlicht wird.

Aber jetzt mal zum Schaf-Thema: Die Teilnehmer des Kolloquiums (a.k.a. Schafe) waren aufgefordert, sich einen Schäfer zu suchen, der sich bereit erklärt, einen Text zu reviewen. Das Ganze passiert in zwei Schlaufen bevor dann alle Doktoranden den verbesserten Text zur Vorbereitung geschickt bekommen. In der Präsenzsitzung wird dann darüber diskutiert.

Phase 1: Schäfer – Schaf

Ich habe mir Freddy als Schäfer ausgesucht. Zum einen, weil er mein selbsternannter Diss-Tandempartner ist (was ein guter Deal für mich ist, weil er seine Promotion schon lange abgeschlossen hat 🙂 ) und zum anderen, weil ich von ihm sehr gut Kritik annehmen kann: Er kann verständlich erklären, wo er Verbesserungspotenzial sieht und als alter Hase weiß er auch, worauf zu achten ist. Mir scheint, für ihn war das eine genauso große Herausforderung, wie für mich. Nachdem ich ihn gebeten hatte, SUPER kritisch zu sein, hat er auch wirklich zu jedem Satz der zehn Seiten eine Anmerkung gemacht. Das war für ihn viel Arbeit und für mich dann auch, als ich die Anregungen integriert habe. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Bereits nach Runde 1 finde ich den Text viel besser und runder als vorher! Auch die empfohlene zweite Feedback-Runde läuft ziemlich problemlos. Ich bekomme noch gesagt, was denn alles gut sei am Text *freu* und noch ein paar kleine Anmerkungen, die ich auch als sinnvoll erachte und deshalb einbaue.

Phase 2 – Versenden und Lesen:

Es geht in Phase 2 des Experiments. Jetzt müssen alle Workshopteilnehmer meinen Beitrag lesen, auch ich bekomme die Beiträge der anderen zwei Schäfchen zum intensiven Lesen. Dadurch, dass ich weiß, wie viel Arbeit bereits im Artikel steckt, lese ich die Texte noch aufmerksamer als sonst und mache mir Notizen für den Workshop. Die zwei Texte, die ich reviewen muss, sind sehr unterschiedlich: beim einen geht es um ein Dissertationsvorhaben, beim anderen um ein fertiges Kapitel einer Promotionsarbeit.

Phase 3 – Präsenzsitzung:

Es folgte das Kolloquium, in dem die Texte besprochen wurden. Ich hatte die Ehre, als Erste anzutreten. Nachdem ich kurz in den Text eingeführt hatte und einige kleinere Fragen zum Kontext und Inhalt geklärt waren, musste ich die Runde verlassen und mich von den anderen abwenden. Das Ganze soll bezwecken, dass die nun folgende Diskussion sich nicht auf mich als Person konzentriert, sondern auf der Sachebene am Text orientiert ist. Ich hatte mir die Situation sehr seltsam vorgestellt, aber wider Erwarten war das echt ein gutes Erlebnis! Oft sagt man ja „da wäre ich gerne Mäuschen gewesen“: zu hören, wie die anderen meinen Text beurteilen, konstruktive Vorschläge machen und über einzelne Passagen diskutieren – spannend! Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt angegriffen oder „ungerecht“ behandelt gefühlt. Zwar musste ich wohl gelegentlich lachen oder den Kopf schütteln, weil ich da erst gemerkt habe, dass das, was ich im Text ausdrücken will, noch nicht präzise genug argumentiere – aber auf persönlicher Ebene war das ziemlich relaxed. Irgendwann durfte ich den Kreis dann wieder betreten und noch letzte Fragen klären. Ganz offiziell wird dann nochmal gedankt, dass man den Text mit den anderen geteilt hat. Aber auch ich will mich bedanken, weil ich gemerkt habe, dass die anderen Teilnehmer sich wirklich intensiv mit dem Text auseinandergesetzt haben und Sachen aufgekommen sind, die ich einfach gar nicht mehr gesehen habe. Die Sitzung war fordernd aber mir hat das wirklich was gebracht. Ich kann deshalb Leuten, die (wissenschaftlich) schreiben, nur dazu raten, so etwas auch mal zu organisieren und durchzuführen. Wenn man sich darauf einlässt, hat man einen großen Nutzen davon. Gabi hat auch schon gebloggt – hier gibt es den Beitrag zum Nachlesen.

Für mich geht es jetzt noch darum, die Anmerkungen noch zu überdenken und dann in den Text einzubauen. Ein Teilnehmer hat mich nach dem Kolloquium gefragt, „ob ich denn jetzt noch was ändern werde“. Ja klar! Die Ideen waren teilweise wirklich sinnvoll und total nachvollziehbar. Es wäre ja Irrsinn, das zu ignorieren…

1. Augsburger Medienpreis – Eindrücke

Gestern fand die Verleihung des ersten Augsburger Medienpreises statt. Da wir uns mit dem KaffeePod in der Sparte „Idee“ beworben hatten, ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, auch persönlich der Gala beizuwohnen. Im Cinemaxx – dem Veranstaltungsort – wurde dann jeder persönlich mit Handschlag von den Vorständen des Augsburger Medienforums – die Initiatoren des Events- begrüßt. Nette Geste, die die Schlange vor dem Einlass nicht kürzer machte. Rund 600 Personen hatten sich teilweise mehr oder weniger in Schale geschmissen. Die Bandbreite reichte von Flip Flops über Abendrobe…es war wie so oft in Augsburg: Man will gerne ein bisschen Glamour haben, aber so ganz traut man sich dann doch nicht. Nach Dankesworten und ausgiebigem Grußwort des OB Gribl, der es sich nicht nehmen ließ zu betonen, dass Augsburg nicht nur durch Dönerpannen bekannt ist [mein Lieblingszitat: Augsburg hat „hidden heroes“ 🙂 ], ging es dann endlich (!!) an die Bekanntgabe der Nominierten und die Verteilung der Preise. Das einzige „Konzept“ (die zweite Sparte, in der Einreichungen möglich waren), das ich als Augsburgerin kannte und wirklich zu schätzen weiß, ist die Kampagne „Lebe mich. Dein Augsburg.“ (Platz 2) Hier wurden vor allem im letzten Jahr öffentliche Plätze, wie Rathausplatz und Annastraße kunstvoll mit zum Nachdenken anregenden Sprüchen beklebt. Platz 1 ging an die Plakatkampagen des tim (Textil- und Industriemuseum Augsburg). Der erste Preis für eine „Idee“ ging an Sergej A. Dott für ein „Fuggerium“ – ein interaktives Denkmal für Jakob Fugger.

Also, was soll ich sagen: Mir war klar, dass wir nicht gewinnen. Unser Konzept passt, wenn man sich die Nominierten und Preisträger ansieht, einfach nicht rein. Gewonnen haben vor allem Ideen und Konzepte, die mit klassischen Medien arbeiten: Film & Plakat. Alles mit neuen Technologien war dann doch eher irrelevant.

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Augsburg einen eigenen Medienpreis hat. Mein Tipp an die Veranstalter wäre allerdings ein bisschen mehr Mut und Selbstbewusstsein in jeder Hinsicht. Ständig wurde sich für die Semi-Professionalität entschuldigt, um dann ganz schnell wieder auf den Augsburger Spirit hinzuweisen. Liebe Leute, Augsburg ist schön! Klar ist es nicht der Nabel der Welt, aber dafür fahr ich dann woanders hin. Im Rahmen der Möglichkeiten kann man doch einfach mal stolz sein und schöne Festakte einfach mal leben. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Veranstaltung – nach kritischer Reflexion – einiges an Potenzial zu bieten hat und sich in den nächsten Jahren etablieren wird.

Poesie und Pragmatismus

Langsam aber sicher geht es daran, eine Nachfolgeregelung für das KaffeePod-Seminar zu finden. Ich werde das Seminar wohl nicht dauerhaft weitermachen können, weshalb mich dieses Semester bereits Christian Geier („Joe“) bei der Durchführung unterstützt. Für die Teilnehmer und auch für mich ist das ein gewinnbringendes „Joint Venture“, denn Joe ist ein Profi in Sachen Sprache und Sprechen. Da wir bestrebt sind die Qualität der Podcasts auch im Hinblick auf die Sprecher zu verbessern, ist das natürlich eine tolle Sache. Die letzten beiden Wochen haben wir im Seminar also geübt, wie man gut spricht, auf was es zu achten gilt und welche Fehler vermieden werden können und sollten. Joe, sichtlich in seinem Element, hat dabei sehr schöne Ansätze für die Vermittlung gehabt: Mit Gedichten und Kurzgeschichten wurden wir (ja, ich musste auch mitmachen – sehr spannend!) auf Kurs in Sachen Sprache gebracht. Ich hatte dieses Gedicht von Erich Fried:

Nur Nicht

Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich gar nicht getroffen hätte
Weniger Trauer – jedes Mal
wenn wir uns trennen müssen
weniger Angst – vor der nächsten
und übernächsten Trennung
Und auch nicht soviel
von dieser machtlosen Sehnsucht
wenn du nicht da bist
die nur das Unmögliche will
und das sofort
im nächsten Augenblick
und die dann
weil es nicht sein kann
betroffen ist
und schwer atmet

Das Leben wäre vielleicht einfacher
wenn ich dich nicht getroffen hätte
Es wäre nur nicht mein Leben

(Erich Fried)

Die Studis wurden aber doch ein bisschen mehr ins kalte Wasser geworfen als ich (kleiner Dozenten-Bonus 😉 ): So musste jemand, der eher von der zaghaften Sorte Mensch ist, in die Ecke des Raumes auf den Tisch klettern und uns von dort von seiner Interpretation überzeugen. Es hat definitiv geholfen. Die Stimme wirkte auf einmal laut und deutlich. Ich denke jedenfalls, dass durch Joe wichtige und gute Impulse ins Seminar kommen und freue mich, wenn der Übergang nahtlos bewerkstelligt werden kann.

Unterstützt uns: Eure Meinung zum KaffeePod

Dass der KaffeePod ein Projekt ist, das mir sehr am Herzen liegt, kann man wohl anhand der zahlreichen Postings, die es im Laufe der Zeit auf meinem Weblog gab, ablesen. Im Moment interessiert mich, wie der KaffeePod bei den Leuten ankommt. Um das herauszufinden, gibt es auf der Website eine kurze Umfrage zum Thema. Die Beantwortung der Fragen dauert nicht lange – in gut fünf Minuten sollte man durch sein.

Es wäre toll, wenn ihr euch kurz Zeit nehmt und die wenigen Fragen durchgeht. Um sie zu beantworten, muss man allerdings die Website kennen. Wer also das Angebot bereits kennt, kann direkt auf die Umfrage klicken, ansonsten kann und sollte man gerne mal einen Abstecher auf http://www.kaffeepod.de machen und dann zur Tat schreiten.

Danke für eure Unterstützung!