Das Studium: ein Rückblick

Vier Jahre habe ich jetzt an der Universität verbracht und dabei meinen Bachelor und jetzt hoffentlich auch bald meinen Master gemacht. Jetzt, wo die Masterarbeit abgegeben ist, fragt man sich rückblickend schon, was man in diesen vier Jahren eigentlich alles so gemacht und gelernt hat. Eigentlich habe ich unglaublich viel neben meiner Hauptaufgabe – dem Studieren – gemacht, allerdings ist das so eine Art „lernen en passant“ gewesen – das lief alles so mit. Im Sinne der Dokumentation ist es deshalb vielleicht ganz hilfreich, mal aufzuschreiben, was mir das eigentlich alles gebracht hat.

Nach dem Abi kommt man an die Uni und denkt irgendwie, es geht so weiter, wie in der Schule. Dort bestand der Unterricht überwiegend aus Frontalunterricht: gelernt wurde, was die Bücher bzw. der Lehrende vorgab. Ich kann nur für meinen Studiengang der Medien und Kommunikation sprechen, aber dort habe ich das Lernen auf andere Art und Weise kennen gelernt. Neben dem täglich Brot, wie Referate und Hausarbeiten zu gestalten und zu fertigen, waren es vor allem die „anderen“ Prüfungsformen, die ich gut in Erinnerung behalten habe. Da gab es zum Beispiel regelrechte Wettbewerbe um die beste Präsentation in der „Semivirtuellen Vorlesung“: Jedes Team hat während des Semesters Aufgaben bearbeitet – dabei war jede Lösung individuell und einzigartig. Die jeweilige Gruppe hat sich dann auch eine Art Corporate Identity geschaffen, die als Erkennungsmerkmal galt. Noch heute weckt der Ruf „Bomchicka Wahwaah“ bei mir und meinen Teammitglieder Gefühle des Bondings: „Hach,…weißt du noch, damals?“ 🙂 Nächtelange Filmsessions, angefangen von der Konzeption bis zum Drehen bis hin zum Schneiden und dem letztlichen Erfolg, das Werk auf der großen Leinwand eines Kinosaals zu betrachten – das sind Erlebnisse, die zusammenschweißen. Aber auch durch meine Tätigkeit als Hiwi (eigentlich ein furchtbares Wort) konnte ich wahnsinnig viel lernen. Ich hatte Glück, denn die Medienpädagogik hält nicht viel von kopierenden Studierenden, die sich gefälligst um die Ablage zu kümmern haben oder Kaffee kochen (nicht, dass wir eine Kaffeemaschine hätten 😉 )Von Beginn an wurde ich in „richtige“ Projekte integriert, konnte mich ausprobieren, weiterentwickeln und auch selbst viel Verantwortung übernehmen. Die Uni bietet viel Gelegenheit zum freien Arbeiten und es macht Spaß, wenn man Kollegen hat, die man gerne trifft und die sich ihrer Sache verpflichtet fühlen. So richtig Lust auf Wissenschaft kann man eben nur bekommen, wenn man das muffige Image des alternden Profs, der die Stunden bis zur Emeritierung zählt, live widerlegt bekommt.

Ich muss auch noch einmal explizit unseren Studiengang loben: Die Entscheidung für MuK war eine sehr bewusste: Mein Abi habe ich quasi nur gemacht, um in diesen Studiengang zu kommen. Die Angebote sind – trotz der mangelnden finanziellen Mittel – sehr gut und die Lehrenden sind mit Engagement und Leidenschaft bei der Sache. Die Studierenden sind eine eingeschworene Gemeinschaft – die Fachschaft ist äußerst (!!) aktiv und fördert die konstruktive Entwicklung des Studiengangs, aber auch die anderen Studenten engagieren sich überwiegend in irgendwelchen Initiativen. Manchmal hatte ich den Eindruck, andere Studenten meinen, wir im MuK sind etwas, nun ja, „anders“. Klar, sind wir auch – aber im positivsten Sinne! 🙂

Als Kurzresümee lässt sich deshalb vielleicht ziehen, dass ich an der Uni gelernt habe, komplexe Zusammenhänge zu durchschauen, offen für alles zu sein, mit vielen verschiedenen Leuten an unterschiedlichsten Aufgaben und Projekten zu arbeiten und natürlich eine ganze Menge Fachwissen. Na, so kann es doch weitergehen ;-)!

Ein Jahr Blogging

Kaum zu glauben, oder? Seit einem Jahr führe ich dieses Weblog und habe dabei 85 Beiträge (das hier wird der 86ste) geschrieben. Dabei gehöre ich sicherlich nicht zu den Hardcore-Bloggern, die minütiös ihr Leben in einem Weblog aufbereiten, aber mehr als einen Beitrag pro Woche habe ich nach Adam Riese dann wohl doch geschrieben.

Mit dem Bloggen ist es schon so eine Sache: Am Anfang geht man da ziemlich blauäugig ran und versucht erst einmal so das Feld zu erkunden, auf dem man sich hier bewegt. Irgendwann merkt man, welche Art von Beiträgen besser ankommen (also einmal qualitativ – anhand des Feedbacks oder der Kommentare und einmal quantitativ – im Sinne der Klickzahlen). Es ist zwar eine interessante Erkenntnis, dass Beiträge über Tim Mälzer über Monate die Leute bei Laune halten können – letztlich hat es aber keinen Einfluss auf meinen einzelnen Beitrag. Ich blogge – ganz im Sinne der Autonomie – über was ich will und auch nur, wenn ich mich danach fühle. Manche Sachen muss man nicht mit jedem teilen, manche Sachen WILL man aber mit möglichst vielen teilen.

In meiner Masterarbeit habe ich mich mit dem Phänomen des Bloggens ja noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive beschäftigt und das hat meine Ansichten bzw. Praktik des Bloggens wahrscheinlich schon auch verändert. Es fiel mir schwer, nicht jeden Beitrag, den ich selbst erstellt habe, zu klassifizieren. „AHA! Ein hochgradig reflektiver Beitrag“ oder „Eindeutig zu Dokumentationszwecken.“ Deshalb gab es in der heißen Phase auch eher weniger Beiträge von mir selbst. Wenn man sich ausschließlich mit Blogs und der Blogosphäre beschäftigt, dann braucht es auch mal ein wenig Abstand.

Nun ja, jetzt blogge ich also seit einem Jahr und habe nicht vor, es in nächster Zeit wieder aufzugeben. Wer sich also an meinen Blog gewöhnt hat, der kann sich freuen. Alle anderen sollten es wie Peter Lustig halten: ausschalten.

Tschaaaaaaaakkkkkkaaa!

Tschaakkaa…!! Das ist sozusagen der ultimative „das schaffst du“- oder „geschafft“-Ausdruck. Und wenn, dann heute kann ich diesen Begriff vollen Herzens und mit Übermut in die Welt hinaus schreien. Sie ist tatsächlich fertig. Die Masterarbeit liegt seit heute beim Prüfungsamt und wird nun in nächster Zeit begutachet werden. So im Rückblick ging es eigentlich ganz flott, aber so mittendrin gab es natürlich auch etwas zähere Zeiten.

Jedenfalls habe ich heute eine Odysee von drucken, binden, abgeben hinter mich gebracht und alle Expemplare an die entsprechenden Stellen verteilt. Ich werde jetzt nicht mehr hingucken. Ganz bestimmt nicht. Nein, nein, nein. Obwohl? Einen kleinen Blick, ob alles passt? Ne..ich lass es lieber. Und warte geduldig, was meine Betreuerin und die Zweitgutachterin sagen.

Wenn das Ergebnis positiv ausfällt, dann freue ich mich natürlich, meine Ergebnisse auch bald in irgendeiner Weise zugänglich zu machen. Aber jetzt mal ein Schritt nach dem anderen. Im Moment freue ich mich einfach, dass wieder eine Hürde genommen wurde und ich demnächst meinen Masterabschluss haben werde.

Blog Action Day – Armut

Heute ist es soweit. Blog Action Day 2008. Wie hier bereits angekündigt, will auch ich diesen Anlass nutzen, um auf Armut aufmerksam zu machen. Mit meinem Blog. Im Kleinen – aber immerhin.

Bei mir soll es heute um Armut in Deutschland gehen. Obwohl wir ein wohlhabender Industriestaat mit guter staatlicher Absicherung sind, gibt es bei uns trotzdem genug Menschen, die als arm gelten und es de facto auch sind. Dazu wird erst einmal unterschieden zwischen „absoluter“ und „relativer“ Armut. Bei uns trifft eher letzteres zu – das heißt im Vergleich zum Rest der Bevölkerung ist dieser Teil benachteiligt. Es geht hier eigentlich also mehr um eine statistische Aussage, die dennoch auf einen Mangel schließen lässt. Denn selbst wenn man nicht mit nur 1 Dollar pro Tag auskommen muss, heißt das nicht, dass man ein Leben in Saus und Braus führen kann. Wer sich über die Lage in Deutschland im Detail informieren möchte, kann dies z.B. mit dem 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung tun. Dem Bericht zufolge sind 13 Prozent der Deutschen arm und weitere 13 Prozent werden durch nur durch staatliche Hilfe vor dem Abrutschen in die Armut bewahrt.

Die Nationale Armutskonferenz (nak) hat sich zum Ziel gesetzt, diese Armut in Deutschland und auf Ebene der EU zu bekämpfen. Die Mitgliederliste kann sich insofern sehen lassen, dass sich namhafte große Organisationen beteiligen. Mir persönlich gefällt das Prinzip der Tafeln – Essen, das noch gut ist, aber aufgrund von Regularien nicht mehr verkauft oder verwendet wird, an Leute zu geben, die es gerne annehmen.

Wie kann man helfen? Schwierige Frage! Ich denke, auf das Problem aufmerksam zu machen, ist ein wichtiger erster Schritt. Nur, wer Probleme kennt, kann gegen sie kämpfen. Wer Geld übrig hat, kann sicherlich auch gerne Spenden – da verwehrt sich sicher keine Hilfsorganisation. Aber auch ohne Geld kann man sich als Ehrenamtlicher in Suppenküchen o.ä. betätigen. Es ist mir klar, dass das nicht jedem möglich ist und es muss ja auch nicht jeder so etwas tun – was aber jeder tun kann, ist darüber sprechen und das Problem thematisieren. Mit Freunden, Bekannten, Politikern und Leuten, die was zu sagen haben.

Tipp des Tages

Ich bin jetzt einfach mal so frei und wage eine gewagte These: Dieses Jahr wird das Wort des Jahres „Finanzkrise“ heißen. Oder das Unwort des Jahres. So genau möchte ich mich da nicht festlegen. Und weil dieses Wort ja in den letzten vier Wochen eine dermaßen große Bedeutung erlangt hat, bin ich so mutig und wage diesen unglaublich forschen Vorstoß. Also, im Sinne des Kaisers: Schau mer mal, dann sehn mer scho!

Pink Ribbon

Der Oktober steht unter dem Zeichen des „Pink Ribbon“ – der Rosa Schleife. Diese Schleife ist ein Zeichen für den Kampf gegen Brustkrebs. Sie ist damit analog zur roten Schleife im Kampf gegen AIDS zu sehen. Hier in Deutschland sind man wirklich selten Leute mit dieser Schleife – ich hab mir bereits vor Jahren ein Exemplar aus den USA mitgebracht und trag sie eigentlich das ganze Jahr angepinnt an meiner Tasche.

Die Geschichte der Ribbons geht bis in die 1970er Jahre zurück, wo die Ehefrau eines im Iran verschleppten Amerikaners gelbe Schleifen um Bäume band, um zu demonstrieren, wie sehr sie ihren Mann vermisste. In den 80er Jahren wurde das Symbol aufgegriffen und als Zeichen gegen AIDS verwendet. Die Kosmetikfirma Estee Lauder hatte dann in den 90er Jahren die Idee, ein griffiges und eingängiges Symbol dafür zu verwenden, um auf die Gefahren und Folgen von Brustkrebs aufmerksam zu machen. Letzlich entschied man sich für eben diese rose Schleife.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von farbigen Ribbons, die auf verschiedene Sachverhalte aufmerksam machen. In der Wikipedia gibt es dazu eine Reihe von Informationen.Speziell für das Pink Ribbon kann man mal hier vorbeisurfen.

Zum Thema Brustkrebs gibt es eine Vielzahl von interessanten und lesenswerten Artikeln und Broschüren. Aufgefallen ist mir die Österreichische Krebshilfe – eher textlastig geht es dafür hier zu.