Finally: EU-Bericht

Zwei Jahre lang hat mich das EU-Projekt InnoMathEd begleitet. Es war mir wichtig, vor einem beruflichen Wechsel alle Aktivitäten gut abzuschließen. Wie das so als Projektmanager ist, liegt viel implizites Wissen bei einer oder wenigen Personen. Es ist auch gar nicht Sinn und Zweck, alle Projektteilnehmer mit dem selben Grad an Detailiertheit zu involvieren, aber es ist schon gut, ein (im Optimalfall: gutes) Wissensmanagement zu haben, um Zugriff auf alle Informationen zu gewährleisten.

Der Abschlussbericht war der letzte Meilenstein im Rahmen des EU-Projekts und wurde von mir im Dezember und Januar angefertigt, um dann nach Brüssel geschickt zu werden. Letzte Woche kam nun endlich das Gutachten der EU. Das Projekt und alle Outcomes wurden mit 9 von 10 Punkten bewertet. Das ist wirklich ein tolles Ergebnis und ich hab mich ehrlich total gefreut. Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn man für Arbeit auch gutes Feedback erhält. Konkret heißt das, dass die Partner des Projekts die restliche Geldzahlung erhalten und die Konten nun ausgeglichen werden. 🙂 Bei EU-Projekten läuft es nämlich so ab, dass man nur einen Teil aus Vorauszahlung und dann bei erfolgreichem Abschluss erst den Rest erhält (obwohl man den virtuellen Rest schon ausgegeben haben muss, um die Restzahlung überhaupt beantragen zu können…alles kompliziert in der EU 😉 ).

Durch Zufall habe ich entdeckt, dass der Bericht zum Final Report (der öffentliche Teil) auch schon online ist. Hier kann er nachgelesen werden.

Vom Wissen zum Handeln

In Teil 1 und 2 der Serie zum Wissensmanagement in Unternehmen, die eine webgestützte Kommunikation und den Austausch einführen bzw. verbessern wollen, wurden die Basics unter die Lupe genommen: Welche Möglichkeiten bestehen und wie können die Potenziale ausgeschöpft werden. Ganz wichtig dabei auch: Wie kann der Mensch in diese Prozesse sinnvoll integriert werden.

In Teil 3 (der letzte Teil) wird nun eine „Anleitung zum Handeln“ gegeben. Diese kann natürlich nicht wie eine Schablone auf jedes Unternehmen gelegt werden – in der naiven Hoffnung, dann würde es schon klappen mit dem Wissensmanagement. Der Aspekt der Integration in die bestehenden Strukturen wird gut betont und das Thema Kultur in den Vordergrund gestellt. Mir gefällt die Analogie, dass Social Software alleine wie ein Fußballspieler ist: so stark er auch einzeln sein mag – nur im Team ist der Sieg möglich.

Es wird vorgeschlagen, beim Unterfangen Wissensmanagement 2.0 in alle Bereiche des Unternehmens, das heißt vom Betriebsrat zur Unternehmensleitung, einzubeziehen. Ich versuche mich mal an einer (vielleicht etwas weit hergeholten) Analogie, die mir gerade durch den Kopf geht: Geht es um große Wettkämpfe im Sport, die auf internationaler Ebene ausgetragen werden, so werden die besten Spieler eines Landes zusammengetrommelt und in der Nationalmannschaft unter anderer Führung (a.k.a. Jogi Löw) in kurzer Zeit zu Zusammenhalt, Teamgeist und Innovation getrimmt (ich gehe natürlich vom Optimalfall aus). Zur Integration von Wissensmanagement lässt sich daraus ableiten, dass die Kultur, die der Einzelne in seinem Heimatteam verinnerlicht hat, durchaus offen ist für neuen Input und Anpassung an neue Strukturen. Wie sonst lässt sich erklären, dass einzelne Spieler von sehr unterschiedlichen Mannschaften im Nationalteam zu Höchstleistungen wachsen können. Natürlich passiert so etwas nicht über Nacht, aber zumindest die prinzipielle Möglichkeit besteht. In der Slideshow heißt es „Kultur vorleben“ und nicht „verändern“.

Der explizite Hinweis daruf, dass die Führungskraft wichtige Impulse für die Zusammenarbeit und die Öffnung für neue Ideen gibt, finde ich wichtig. Ein guter Chef motiviert und gibt Anleitung – ohne dabei wie ein Feldwebel durch die Organisation zu schreiten. Auch hier hat man schon Wunder im Fußball erlebt…oder Katastrophen 🙂 .

Was ich noch betonen möchte, sind die einzelnen Slideshows: Die grafische Aufbereitung finde ich wirklich sehr eingängig und gut gelungen. Wer sich für eine gute Bild/Text-Kombi in der Erstellung von Präsentationen interessiert, der kann sich hier den ein oder anderen Tipp holen.

Word Clouds erstellen

Für manche vielleicht schon ein alter Hut, für andere eventuell ein hilfreicher Link: Wer sich immer schon gefragt hat, wie diese tollen Word Clouds (wie man es zum Beispiel auch rechts unten auf meinem Weblog sehen kann) erstellt werden können, dem sei Wordle ans Herz gelegt. Mit verschiedenen Designs kann man aus seinen Inhalten solche „Wörterwolken“ (auf Deutsch klingt es einfach nicht so schön 😉 ) erstellen.

Die Entdeckung des Menschen

Ich habe ja hier bereits über den ersten Teil einer Serie von Slideshows zum Thema Wissensmanagement in Organisationen berichtet. Jetzt gibt es Teil 2 auch im Netz. Es wird alles natürlich sehr optimistisch dargestellt und zeigt quasi den best case an Zusammenarbeit oder Austausch mit Hilfe von Social Software. Trotzdem: Optimismus ist ja per se nichts schlechtes, darum lohnt sich das Durchklicken auf jeden Fall.