Ethnomarketing – Erinnerungen werden wach..

Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an meine Bachelorarbeit, die ich zum Thema Ethnomarketing verfasst habe. Damals bin ich der Frage nachgegangen, ob Türken der 3. Generation in Deutschland einen Bedarf für diese spezielle Werbeform haben, in der sie entsprechend ihrer Kultur und Tradition von den Marketern ins Visier genommen werden. (Wer noch einmal in der Arbeit nachlesen will – hier gibt es sie zum Download.) Das Thema scheint immer noch von großem Interesse zu sein: In den letzten zwei Monaten wurde ich von einigen Leuten aus verschiedenen Städten Deutschlands angeschrieben, dass sie meine Arbeit gefunden haben und sich genau mit dem gleichen Thema beschäftigen. Die meisten Personen wollten Tipps für die Vorgehensweise haben oder am besten gleich meinen Fragebogen zur Arbeit haben.

Auch in der Fachpresse ist Ethnomarketing aktueller denn je. Wer mit offenen Augen durch den Supermarkt läuft, wird sicher schon die verschiedenen Regale und Ecken entdeckt haben, in denen typisch türkische (oder auch russische!) Lebensmittel angeboten werden. Die Werben & Verkaufen berichtet in Ausgabe 24/2010 auch über das Geschäft mit Lebensmitteln für islamische Kundschaft: „Tütensuppen im Namen Allahs“. Interessant ist, dass sich die interviewten Experten auf dem Gebiet in drei Jahren nicht groß gewandelt haben – alle zitierten Namen kenne ich schon bestens durch meine eigene Recherche.

Der deutsche Markt ist nach England und Frankreich größter Wachstumsmarkt im Segment der Lebensmittel für Muslime – und ist damit sehr spät dran. Gummibärchen ohne Gelatine vom Schwein, speziell geschlachtetes Fleisch – auch wenn bei meiner Untersuchung damals eine starke Bindung der Türken zur eigenen Kultur und Tradition offensichtlich war – diese spezielle werbliche Ansprache schien gerade bei den jüngeren Personen nicht das ausschlaggebende Kriterium für oder gegen einen Kauf zu sein. Die Darstellung in Kreisen der Werber ist allerdings eine andere (wobei hier die Gesamtzielgruppe betrachtet wird – ich habe ja die 14- bis 29-Jährigen untersucht). Ich bin gespannt, wie sich das Angebot im Supermarkt und die Absatzzahlen entwickeln!

Ein Kommentar zu “Ethnomarketing – Erinnerungen werden wach..

  1. Hallo Tara, sie haben einen sehr interessanten Blog. Ich bin darauf gestoßen bei der Recherche zu meiner Abschlussarbeit die ich auch zum Thema „Ethnomarketing“ schreibe, allerdings mit der Zielgruppe der Menschen mit einseitigem Migrationshintergrund. Ich führe dazu eine Umfrage durch und werde die Ergebnisse, da bisher das Interesse der Teilnehmer hierzu sehr groß war, in einem eigens dafür eingerichteten Blog (http://stefsethnomarketingblog.wordpress.com) veröffentlichen. Ich würde mich sehr über Anregungen und Kommentare dazu freuen! Vielen Dank, Stefan

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