Twittagessen

Über Martin Ebner bin ich auf das Twittagessen gestoßen. Die Idee dahinter ist, dass sich Twitterer ungezwungen zum Mittagessen treffen. Wann genau Treffen stattfinden, kann man auf der Seite nachlesen. Find ich einen witzigen Einfall! So kann man den Kritikern von Twitter (genau wie natürlich allen anderen Social-Networking-Tools) ein bisschen den Wind aus den Segeln nehmen. Oft hört man doch den Vorwurf, dass sich Internetuser in asoziale Geeks verwandeln, die sich in ihre virtuelle Welt zurückziehen und keinen Kontakt mit der Außenwelt suchen. Obwohl es natürlich Suchtpotenzial im Internet gibt und auch Personen, die der virtuellen Welt mehr abgewinnen können als andere: Der Vorwurf ist natürlich schon dadurch absurd, da man davon ausgehen kann, dass schlaue Ideen und Entwicklungen überwiegend dann passieren können, wenn man Austausch hat und neue Eindrücke durch (Selbst-)Reflexion in Weiterentwicklungen transferiert. Insofern muss man wohl stark zwischen den jeweiligen Nutzern unterscheiden und sollte sich mit Pauschalurteilen zurückhalten.

Da ich nicht twittere (nein, immer noch nicht 🙂 ) wird man mich bei so einem Lunch wohl nicht so schnell sehen, aber wer auf der Suche nach Gleichgesinnten ist, der kann hier sicherlich einen guten Austausch bekommen.

Mediengespräche 2009

Gestern fanden im Rathaus die diesjährigen Augsburger Mediengespräche statt. Die Gesprächsrunde stand unter dem Motto „Computerspiele und Gewalt – Helfen Verbote weiter?„. Bereits im Vorfeld hatte ich zahlreiche Leute gesprochen, die genervt die Augen verdrehten, weil sie das Thema „nicht mehr hören können“. Gerade deshalb hat es mich interessiert. Diskutiert haben Wolfgang Bergman (Erziehungswissenschaftler und in der Runde wohl als Therapeut geladen), Christine Haderthauer (, die nicht anders konnte, als Teile des CSU-Wahlprogramms einfließen zu lassen), Ulrike Kriener („Schauspielerin und Mutter“ – so steht es jedenfalls im Programmheft), Prof. Helmut Lukesch (Uni Regensburg), Prof. Jörg Müller-Lietzkow (Uni Paderborn) und Verena Weigand (BLM – Vertreterin des Jugendschutzes). Moderiert wurde von Thomas Kausch, einem TV-Moderator.

Natürlich wurde schnell die Schuldfrage laut. Da schiebt der eine die Schuld auf die Politik, der andere nimmt die Eltern in die Verantwortung und der nächste prangert die Industrie an. Argumentiert wurde teils mythenhaft mit Legenden über Versuche, wie die USK förmlich von der Spieleindustrie manipuliert würde, um eine Altersfreigabe zu erhalten (Ministerin Haderthauer bei einem ihrer Versuche klar zu stellen, wo sie in letzter Zeit überall falsch zitiert wurde). Prof. Müller-Lietzkow war in der Runde der „Underdog“ und bei derartigen Aussagen konnte er kaum an sich halten. Seine Argumente waren nachvollziehbar und meines Erachtens durchaus sachlich begründet, da er aber eben nicht GEGEN Spiele ist, war seine Stellung in der Runde natürlich schwierig.

Man muss sich das natürlich vor dem Hintergrund der Erwartungen und des Publikums anschauen. Besorgte Eltern, Anhänger der Piratenpartei, und jede Menge Politprominenz. Da tut sich der ein oder andere schwer, zu sagen, dass Computerspiele nicht immer verteufelt werden sollten. Ulrike Kriener hat mich ein bisschen enttäuscht. Vielleicht lag es an ihrer angekündigten Rolle, aber außer dem Vorschlag, alle Eltern sollen doch mit ihren Kindern (so wie sie und ihr Mann das machen würden) zum Bergsteigen gehen, halte ich für wenig lebensnah. Nichts gegen sportliche Aktivität, aber irgendwann sind eben Peer-Groups und andere Interessen spannender als elterliche Ausflüge. In die selbe Kerbe schlug auch Wolfgang Bergmann, der aus der Bibel zitiert und „Kindern können gar nicht anders, als ihre Eltern zu lieben“. Schön und gut…aber was hat das mit Gewaltspielen zu tun? Prof. Lukesch hat eine sehr regide Meinung zu dem Thema: Spielehersteller, die sich mit Gewaltspielen bereichern müssten moralisch mehr geächtet werden. Durch seine langjährige Arbeit kann er massenhaft Wirkungsstudien zu Gewaltspielen vorlegen. Prof. Müller-Lietzkow kündigte als Pendant dazu übrigens an, bald Ergebnisse einer derzeit laufenden inhaltsanalytischen Studie zu Gewaltspielen vorweisen zu können.

Was mir total gefehlt hat, war die Sicht eines Jugendlichen oder eines Spielers. Mir ist natürlich bewusst, dass die Mediengespräche sich mit hochkarätigen Sprechern rühmen wollen. Aber man kann doch nicht ohne direkt Beteiligte diskutieren. Prof. Lukesch und Prof. Müller-Lietzkow gaben an zumindest selbst die meisten Spiele, über die hier diskutiert wird, zu spielen. Wie sieht es mit Frau Haderthauer oder Frau Kriener aus? Warum kann man sich nicht mit seinem Kind vor den Computer setzen und sich mal zeigen lassen, was es da eigentlich spielt? Nur dann kann man doch eine Einschätzung geben, oder?

Lösungs- bzw. Verbesserungsvorschläge gab es vereinzelt: So wurde über eine Positivkennzeichnung für Spiele nachgedacht (die ich durchaus für sinnvoll halte) – also nicht nur zu sagen, was verboten ist, sondern auch, was für wen den gut geeignet ist. Das Fach Medienkompetenz in der Lehrerausbildung und im schulischen Curriculum stärker zu verankern wurde ebenso gefordert (und von anderen sofort abgeschmettert).

Mein Fazit: Unbefriedigend. Die Zeit war viel zu knapp bemessen, einige Redner konnten großen Sach- und Fachwissen aufweisen, wurden aber kaum zu Wort gelassen. Interessant war es allemal, aber viel schlauer ist das Publikum jedenfalls nicht nach Hause gegangen.

Präsentation zum E-Learning

Eine sehr umfassende Einführung in das Thema E-Learning gibt Zaid Alsagoff in einer Präsentation, die er anlässlich eines Seminars gehalten hat. Die Folien sind m.E. sehr anschaulich und bilden ganz gut ab, was derzeit in Richtung E-Learning aktuell und relevant ist. Die Sammlung hat sicherlich einige Mühe gekostet, insofern sollte sie unbedingt wahrgenommen werden.

Umfrage zum Twittern

Zugegeben – mit Twitter kann ich nicht viel anfangen. Zwar interessieren mich die „Machenschaften“ dort von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus, aber die Motivation dort selbst zu zwitschern, habe ich nicht. Aber hier soll es heute nicht um meine eigene Meinung zum Twittern gehen, sondern um eure:

Sebastian vom Provinzblog führt im Rahmen eines Seminar eine Umfrage zum Twittern durch. Da es sicherlich viele gibt, die sich dem Trend nicht so standhaft wie ich verwehren können, möchte ich an dieser Stelle darauf verweisen. Klickt euch doch einfach durch und nehmt teil!

Ich hoffe, die Ergebnisse werden dann auch zugänglich gemacht, würde mich jedenfalls freuen.

Kurzer Hinweis auf Betacampus-Blog

Wie ich bereits hier berichtet habe, wird das Projekt KaffeePod auch im Rahmen des Betacampus-Wettbewerb gefördert. Ein begleitendes Projekt-Weblog dokumentiert dabei die Fortschritte der einzelnen Gruppen. Für alle Interessierten deshalb hier der Link zum Blog – ich habe ihn allerdings auch in meine Blogroll aufgenommen. Ich finde, so bekommt man einen guten Überblick, wie der derzeitige Stand der einzelnen Gruppen ist und kann ein bisschen hinter die Kulissen gucken. Unser Team bloggt auch dort fleißig – es lohnt sich also vorbeizuschauen!

Aktueller Stand im Seminar

Ich will die Gelegenheit nutzen, um noch einmal einen kurzen Bericht zum status-quo im KaffeePod-Seminar zu geben. Das Semester neigt sich dem Ende zu und die einzelnen Gruppen haben wirklich gute Konzepte vorgelegt. Jedes Team hatte sehr unterschiedliche Ideen, wie es ihr Thema in Szene setzen will. Mein Plan war es, die Stories in mehreren Stufen entwickeln zu lassen. Am Anfang wollte ich erst einmal eine Grundidee sehen, die ich dann mit ausführlichem Feedback bedacht habe. Nach einer Überarbeitung sollten die Studierenden dann ihre Konzepte im Plenum vorstellen, um gleich einmal zu sehen, wie die Ideen in großer Runde ankommen. Außerdem war mir sehr wichtig, dass nicht nur meine Meinung in die Gestaltung des Podcasts einfließt, sondern auch konstruktive Kritik und Anmerkungen von allen Seminarteilnehmern kommen. Obwohl das Seminar in Teams eingeteilt ist, sollen sich alle gegenseitig helfen und am Gesamtprojekt „KaffeePod“ arbeiten. Es war interessant, welche unterschiedlichen Möglichkeiten gewählt wurden, um das Konzept den anderen zu präsentieren. Denn, wie präsentiert man ein geplantes Audio-Stück, wenn es noch gar keinen einzigen Ton dazu gibt? Ich fand das sehr interessant, aber ich denke, im Großen und Ganzen haben es die Gruppen gut geschafft, ihre Ideen den anderen deutlich zu machen. Das Feedback aus der Gruppe war auch wirklich hilfreich (zumindest empfand ich es so) und mein Eindruck war auch, dass es von den Einzelnen positiv aufgenommen wurde. Nach diesem ersten Live-Test der Vorschläge wurde das Skript noch einmal überarbeitet und wieder ausführlich kommentiert. Da ich immer zeitnah antworten wollte, ist das durchaus eine Herausforderung seitenlange Texte zu lesen und Anmerkungen zu machen. Grundsätzlich ist mein Feedback in diesem Seminar aber nicht auf diese Zeitpunkte beschränkt. Einzelne Gruppen haben die von mir angebotene Möglichkeit, sich jederzeit Zwischenfeedbacks zu holen, gerne angenommen. Aber das wird es wohl immer geben, Leute, die mehr Rückmeldung brauchen und Leute, die eher selbsständig arbeiten. Für mich ist beides total okay! So lange am Ende das Ergebnis stimmt. 😉