KaffeePod-Lounge

Am Samstag fand nun endlich der Schülerinfotag an der Uni statt. Ich hatte hier bereits darauf hingewiesen. Das Team vom Begleitstudium hatte ein tolles Konzept erstellt, dass sie dann in mühevoller Bastel- und Organisationsarbeit umgesetzt haben. Die KaffeePod-Lounge war jedenfalls ein toller Anziehungspunkt für Studieninteressenten, Eltern (die sehr zahlreich erschienen waren) und auch für Uni-Mitarbeiter. Damit wir unserem Namen gerecht werden, gab es natürlich Kaffee – in rauen Mengen und unschlagbar günstig – zu dem an der Playstation die bisherigen Folgen des KaffeePod gehört werden konnten. Es gab auch eine Internetecke, in der sich Interessierte die Website ansehen und natürlich auch in die Podcasts reinhören konnten.

Das Feedback war sehr positiv! Zum einen fanden die Schüler das Konzept, nicht nur über schriftliche Infos über den Uni-Alltag informiert zu werden, überzeugend, zum anderen war es ein tolles Beispiel, was man im Studiengang Medien und Kommunikation zum Beispiel innerhalb eines Seminars erlernen kann.

Damit man einen Eindruck bekommt, wie die Lounge aussah, hier ein paar Impressionen vom gestrigen Tag:

Ja ja…

… das ist schon eine peinliche Sache: Die Stadt Augsburg hat beschlossen, einen Blogger abzumahnen, der sich die Domain augsburgr.de gesichert hat. Der kostspielige Brief vom Anwalt (Forderung: 18oo Euro) kam allerdings nicht, nachdem sich der 25-Jährige auf seinem Blog in sträflicher Weise über seine Heimatstadt geäußert hatte. Nein. Hier in Augsburg ist man immer einen Schritt voraus. Aufgrund einer Anfrage des Bloggers, der (in weiser Voraussicht) bei der Stadt Augsburg angefragt hatte, ob es denn i.O. gehe, wenn er die Domain verwende, kam gleich mal ein Schreiben mit der Abmahnung ins Haus geflattert. Gratulation Augsburg! Unserem Ruf, die grantigste Stadt Deutschlands zu sein, werden wir damit jedenfalls mehr als gerecht. Nicht nur, dass wir über die Stadtgrenzen für so genannte Döner-Verbote und sonstigen Irrsinn bekannt sind, nein, jetzt dürfen wir uns auch noch in der Blogosphäre vorführen lassen. Herzlichen Glückwunsch. Hier wohnt man gern! Für alle Liebhaber: Im Provinzblog wurde auch schon berichtet.

GMW09: Last but not least…

… möchte ich neben allen anderen, die das bereits in reflektierter, unterhaltsamer und gewohnt ausführlicher Art gemacht haben, ein kurzes Resümee über die GMW09 ziehen.

Für mich war es die erste GMW-Tagung – viele andere hatten mir schon über den Charakter eines Klassentreffens berichtet, in der sich die Community jährlich trifft. Diesen Eindruck kann ich von meiner Seite nur bestätigen. Man kennt sich auf der GMW – oder man lernt sich kennen. Ich fand es schön, dass ich z.B. Joachim Wedekind und Christian Spannagel, die ich während dem Schreiben meiner Masterarbeit virtuell kennengelernt hatte, auch mal persönlich treffen konnte.

Mein persönliches Highlight war natürlich der Vortrag zum KaffeePod: Der Raum war sehr gut besucht und auch die Nachfragen, Diskussionen und Kommentare am Ende zeugten von Interesse an dem Projekt. Als ich nach der Session dann erfuhr, dass wohl im Vortrag so etwas wie „KaffeePod scheint eine gute Sache zu sein“ über Twitter lief, hab ich auch diesem Medium ein bisschen mehr Sympathie zukommen lassen können. 😉 (Insgesamt bestimmte auch Twitter die GMW. Tatsächlich haben wohl nur wenige sehr viel getwittert, aber die Diskussion wurde dadurch auf jeden Fall am Laufen gehalten.) Die komplette Session widmete sich audiovisuellen Medien in der Lehre und Gabis Vortrag, der bald nach uns kam sorgte für Furore im Saal. Gut, dass mein Sitzplatz bereits gesichert war, sonst wäre es knapp geworden.

Die beste Keynote hielt m.E. Wolfgang Coy, der trotz anfänglicher technischer Schwierigkeiten (, die er mit einem Augenzwinkern kommentierte) einen gut aufbereiteten Vortrag zu Wikipedia und die historische Entwicklung dorthin hielt.

Das imb Augsburg bekam dann am Mittwoch den Publikumspreis des Medida-Prix verliehen. Der Festakt fand im Botanischen Garten in Berlin statt. Eine sehr schöne Location für die Verleihung, die von einer, ja, man kann sagen, extrem unterhaltsamen Andrea Thilo moderiert wurde. Da wurde vor lauter Aufregung schon die ein oder andere Krawatte noch auf dem Weg zur Bühne gebunden oder eine Laudatio vergessen. Der Ausklang war bestimmt von regen Diskussionen über die Entscheidungen zu den Gewinnern aus Bremen und Zürich, die sich mit ihren Projekten das Preisgeld von 100.000 Euro (gestiftet vom BMBF) teilen.

Fazit: Gute Stimmung, gute Organisation und interessante Sessions. Ich bin zufrieden. 🙂

Tagung – kleine Rückschau

Letzte Woche fand das die erste große Projekttagung für das EU-Projekt statt. Gäste aus acht verschiedenen europäischen Ländern kamen angereist um sich endlich mal persönlich kennen zu lernen und sich über die Ziele und Ideen im Projekt face-to-face auszutauschen. Für uns als koordinierende Stelle bedeutete das im Vorfeld natürlich erheblichen organisatorischen Aufwand – knapp 20 Personen wollten mit Information, Betten, Essen etc. versorgt werden. Es war eine spannende Aufgabe aber es hat alles super geklappt und die Stimmung war hervorragend.

Die verschiedenen Präsentationen der Partner über ihre eigene Arbeit waren sehr interessant – jeder arbeitet mit anderen Systemen und legt komplett andere Schwerpunkte innerhalb seiner Forschung und Lehre. Ein Austausch ist somit für alle fruchtbar und man konnte richtig beobachten, wie bei dem ein oder anderen Partner die Ideen quasi übersprudelten.

Da ja die meisten Partner mit dem Thema Lehrerfortbildung vertraut sind, war auch dies ein großer Diskussionpunkt bei der Tagung. Interessant und vor allem neu waren die Berichte über die Handhabe der Lehrerfortbildung in den einzelnen Ländern. So muss es wohl so sein, dass in Norwegen Lehrer nicht bereit sind, außerhalb ihrer Schulzeiten an Lehrerfortbildungen teilzunehmen. Einen extra Aufwand möchten sie nicht in Kauf nehmen. Aus deutscher Sicht ähnlich wenig nachvollziehbar ist der Einwurf aus dem United Kingdom gewesen, als es darum ging, ob Lehrerfortbildungen duchgeführt werden. Die Universität ist dort wenig begeistert diese durchzuführen, da sie als Kompensation für die entfallenen Stunden pro Tag und Person 200 Englische Pfund an den Staat bezahlen muss! Unglaublich, oder? Hier in Deutschland, wo es ja sogar eine Pflicht zur Lehrerfortbildung gibt (in unterschiedlicher Ausprägung innerhalb der Bundesländer) ist diese Rechnung nicht ganz nachzuvollziehen. Da bemüht sich die Hochschule um eine höhere Qualität in der Lehrerfortbildung und wird dafür zur Kasse gebeten. In Bulgarien finden Fortbildungen grundsätzlich außerhalb der regulären Arbeitszeit statt und laut den Berichten der Partner stört sich daran keiner – im Gegenteil: das Lehrpersonal freut sich über die Chance auf Weiterbildung.

Da stellt sich einem ja schon die Frage, welches System hier sinnvoll ist. Ganz klar zeigt sich hier mal wieder Sozialisation und Kultur als Triebfedern dieses Bereichs. Aber auch ein bisschen ein Mangel an common sense…Wer ernsthaft Geld von der Hochschule verlangt, dass Defizite ausgeglichen werden, die von eigener Seite sträflich vernachlässigt werden, der hat aus meiner Sicht die Sache im Kern nicht erfasst. Langfristig rächt sich diese mangelnde Weiterbildung und dann geht es um ganz andere Dimensionen von finanziellen Verlusten, wenn zu wenig gut ausgebildete Lehrer überfordert mit den Anforderungen und Ansprüchen der Schüler sind.

Wir werden sehen, wie die Entwicklung weitergeht. Spätestens in einem Jahr treffen sich alle Partner wieder – dann in unserem Nachbarland Österreich, genauer gesagt in Innsbruck.

Schildbürgerstreich

Seit etwas über einem Jahr wohne ich jetzt hier in meinem aktuellen Heim und seitdem vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht entweder herzhaft lachen oder verduzt den Kopf schütteln muss: Wenn ich aus meinem Fenster blicke, steht dort ein Pfosten. Die geschätze Höhe ist circa ein Meter und durchaus passend zum architektonischen Bild der Altstadt. Seit über einem Jahr kann ich beobachten, wie dieser Pfosten einmal die Woche umgefahren wird. Das erste Jahr habe ich es nicht geschafft, auch nur einmal mitzubekommen, wie die Leute es fertig bringen, diesen nicht unauffälligen Steinkoloss zu übersehen. Meistens wachte ich auf und beim Blick aus dem Fenster liegt er einfach da. In letzter Zeit durfte ich jetzt ein paar Mal Zeuge werden, wie man sowas zustande bringt. Eigentlich folgt es immer dem gleichem Schema: Die Leute sehen zu spät, dass es geradeaus in eine Sackgasse geht, fahren rückwärts, sehen im Rückspiegel nichts oder gucken einfach nicht richtig und – zack – da liegt er schon. Auch sehr interessant ist es, dass wirklich kaum einer stehen bleibt um den Schaden irgendwie zu melden. Sowas nennt man Fahrerflucht, soweit ich informiert bin… Vielleicht fragt man sich als Leser, warum dieser Beitrag mit den Schildbürgern betitelt ist: Ganz einfach, der Pfosten muss ja auch wieder in aufrechte Position gebracht werden. Also kommen einmal pro Woche hier die netten Männer in Orange und hämmern in liebevoller Kleinstarbeit den Pfosten wieder in den Boden. Gelegentlich bricht der Steinpfosten auch einmal durch, was, wie von den Männern vom Bauamt berichtet wurde, dann 1000 Euro kostet. Das Anbringen von Reflektoren hat bisher auch nicht geholfen.

Da muss man sich schon fragen, warum es keinem in der Stadt auffällt, wenn da wöchentlich Kosten für die Reparatur eines Pfostens anfallen und derjenige sich dann mal auf Ursachenforschung begibt. Man könnte auch mich fragen. 😉 Mein Vorschlag: Warnt doch vor der drohenden Sackgasse ein paar Meter früher, nicht erst, wenn es keine Möglichkeit zum Wenden gibt. Dann kann sich der Fahrer schon mal darauf einstellen. Oder entfernt doch einfach den Pfosten. Der schadet mehr, als er nutzt.

Pfosten - im gefallenen Zustand

2. w.e.b. Square-Tagung

Gestern fand die zweite w.e.b. Square-Tagung in Augsburg statt. Im Vergleich zum ersten Mal war die Resonanz bedeutend größer und auch die Medien sowie Personen, die nicht direkt im Umfeld des Studiengangs Medien und Kommunikation beschäftigt sind, fanden den Weg nach Augsburg.

Da ich leider nicht selbst anwesend sein konnte, kam mir der Tagungsblog sehr gelegen, in dem die Vorträge knapp (inkl. der verwendeten Folien) zusammengefasst wurden.

Sandra hat in ihrem Weblog die Ereignisse bereits zusammengefasst.

Alles in allem sehr interessante Beiträge und von meiner Seite einen Glückwunsch an alle Beteiligten zu diesem tollen Event!

Public Viewing – ein Selbstversuch

Seit der WM 2006 gehört es ja schon fast zum guten Ton: Public Viewing. Gemeinschaftlich auf öffentlichen Plätzen fahnenschwingend ein Fußballspiel genießen – für viele ist das so was wie das Sahnehäubchen auf dem EM-Eisbecher. Da man ja für alles offen sein soll und ich mich gerne von einem Schwall Begeisterung mitreißen lasse, habe ich gestern das Projekt „Public Viewing“ gelauncht.

Bei der WM wurde in Augsburg noch im Messezentrum gefeiert – für mich wenig attraktiv: Kaum schöne Kulisse, ab vom Schuss, und in meiner Vorstellung steppt der Bär eben nicht an der Augsburger Messe. Dieses Jahr hat die City Initiative Augsburg das Spektakel auf dem Rathausplatz ausgerichtet. Meine Gegenargumente waren somit ziemlich haltlos, denn a) ist die Szenerie mit dem wunderschönen Rathaus hinter der Leinwand beeindruckend b) ist man mitten im Leben und c) wird man wohl schwer daran tun, in Augsburg ein belebteres Fleckchen als die Innenstadt zu finden. Deshalb auf zum Rathausplatz und Fußball geguckt.

So zumindest der Plan. Unsere Gruppe also inmitten der Massen, in schwarz-rot-goldener Kriegsbemalung und voller Erwartung auf das große Spiel. Klein bin ich nun wirklich nicht, aber die gigantischen Kopfbedeckungen der Hardcore-Fans haben den unabstracted view auf die Leinwand doch erheblich erschwert. Alles was sich unterhalb der Leinwandmitte abgespielt hat, war ein Kapitel aus bangen, hoffen, warten. Irgendwann hat sich dann der weibliche Teil des Freundeskreises in die hinteren Ränge zurückgezogen um zumindest noch ein bisschen von dem Spiel mitzubekommen. Der Blick war in der Tat besser, allerdings war so auch die Aufmerksamkeit auf andere Dinge gelenkt. Wir Frauen haben ja immer mit dem Vorurteil zu kämpfen, wie wären nur Trittbrettfahrer, die sich nur dann voller Fußballbegeisterung zeigen, wenn es um große Events geht. Ich gebe zu, da ist was dran. 🙂 Allerdings mussten selbst wir den Kopf schütteln, als so manche Zeitgenössinnen den Rathausplatz mit einem Catwalk verwechselten. Vielleicht sind das noch die Nachwehen vom Germany’s Next Topmodel-Finale von letzter Woche – es war jedenfalls ein interessantes Schauspiel. Schlussendlich hat Deutschland ja verdient gewonnen und alles war gut. Mein Fazit des PV-Abends ist jedoch: Zuhause auf der Couch mit Freunden ist es irgendwie doch schöner.