Die Nadel im Heuhaufen

Die Sache mit dem Internet ist manchmal wirklich erschreckend. Natürlich bin ich großer Nutznießer der Vorteile, die das Medium mit sich bringt. Aber gelegentlich muss man sich über Kleinigkeiten schon echt wundern. Am Sonntag hatte ich eine fixe Idee: Ich wollte unbedingt ein bestimmtes Lied hören. Das Problem war, ich hatte eine Melodie im Kopf und wirklich nur Bruchstücke von Text. Aber ich MUSSTE dieses Lied hören und zwar schnell. Meine Versuche Freunde zu fragen scheiterten leider auch (singen wollte ich jetzt auch nicht unbedingt 😉 ). Da ich wie gesagt nur so eine Halbzeile an Text parat hatte, kam ich erst überhaupt nicht auf die Idee Google zu bemühen. Vor lauter Verzweiflung (ich hoffe ihr haltet mich nicht für verrückt, aber wenn ich ein Lied hören will, dann muss ich es eben hören – viva la musica!) habe ich dann „I had a feeling“ (mein gigantisch großer Textbaustein) in die Suchmaschine getippt. Unglaublich aber wahr: Sofort kam das Lied, das ich wollte. Als ich Titel und Interpret sah, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, aber manchmal ist das eben so. Tracy Chapman – Fast car! Aber erstaulich ist das schon, dass mit diesem winzigen Teil an Information tatsächlich sofort der gewünschte Song auftauchte. Entweder sind schon so viele Leute auf die gleiche Suche gegangen oder ich bin in diesem Punkt einfach nur ein Glückspilz. Wer weiß das schon – der Abend war jedenfalls gerettet. Tatsache ist, dass man sich ruhig auch noch mal wie ein kleines Kind an Weihnachten über die „Wunderwelt Internet“ freuen darf – auch wenn es sicherlich spektakulärere und aufregendere Sachen gibt, die man damit machen kann.

Heartattack

Anscheinend ist es jetzt die neueste Mode von sozialen Netzwerken ihre Mitglieder durch schrillend laute Musikeinspielungen oder Gastkommentatoren aufzuwecken. Das StudiVZ demonstriert das seit einigen Wochen anschaulich: Nach dem Ausloggen einen falschen Zucker Zuckung (sorry, das Augsburgerisch ist mit mir durchgegangen 😉 ) mit der Maus gemacht und schon fängt es aus den Boxen zu plärren an. Ich denke da wirklich nicht dran und bekomme demnächst tatsächlich einen Herzinfarkt, wenn mich eine verzweifelte Duffy noch einmal um „Mercy“ anbettelt. Himmel!

Alle Jahre wieder

“Last Christmas I gave you my heart…” Jep. Ich weiß. Es ist November und es ist noch lange nicht Weihnachten und eigentlich sollte es gesetzlich verboten sein, diese Liederzeile auch nur einen Tag vor dem 24. Dezember zu spielen. Aber: Wir sind hier nicht bei wünsch dir was. Gestern hat es mich kalt erwischt: Beim ohnehin sinnlosen TV-Gucken – der Schock: 1. Horrorszenario: Klingeltonwerbung (das allein ist schon ein Grund zum Auswandern in fernsehfreie Gefilde) 2. Horrorszenario: Der Klingelton entpuppt sich als das milliardenfach durchgekaute und doch immer wiederkehrende Lied von Wham! Rumms. Das hat gesessen. Auf einmal spielen sich wilde Szenen im Kopf des Betrachters ab: Es ist schon wieder soweit! Weihnachten steht quasi vor der Tür und man ist noch völlig unvorbereitet. Die bisherigen Vorzeichen (Lebkuchen im August, Nikoläuse gleich nach Ostern) konnten erfolgreich ignoriert werden, aber an Wham kommt keiner vorbei. NIEMALS. Das Lied ist wie ein Fluch der Karibik, nur ohne Palmen und mit viel Schnee und Eierpunsch. Wobei das mit dem Schnee ist glaub ich auch so eine düstere Legende, oder wann hatten wir das letzte Mal weiße Weihnachten? Auch egal… Ein Blick auf den Kalender macht jedenfalls klar, dass es Zeit ist, Vorbereitungen zu treffen. Die „das-wär-doch-ein-Geschenk-für-Weihnachten“-Listen müssen hervorgekramt und das Geschenkpapier gehortet werden, bevor man kurz vor knapp vor leeren Regalen steht. Hier setzt dann die vielzitierte K-R-E-A-T-I-V-I-T-Ä-T ein. Besonders geschmackvolle und den Empfänger erfreuende Geschenke müssen gefunden werden. Auweia… Kein Wunder, dass George Michael sein Herz verschenkt hat, einzigartiger geht es schließlich gar nicht. Und soooo schlecht ist das Lied ja eigentlich gar nicht – zumindest an Weihnachten.