Dezember! Zeit für den Jahresrückblick.

Gegen Ende des Jahres gehört es ja fast schon zum guten Ton, dass man eine kleine Selbstreflexion auf das zurückliegende Jahr vornimmt. Wenn man bloggt, dann hat man die Freiheit, diese Gedanken auch mit seiner Leserschaft zu teilen. Also grüble ich jedes Jahr aufs Neue, was mich in den letzten Wochen und Monaten bewegt und beschäftigt hat, welche Erfahrungen für mich wertvoll waren und bei welchen Dingen man froh ist, dass sie vorbei sind.

Als ich so über diesen Beitrag nachgedacht habe, ist mir ein Schlagwort nicht aus dem Kopf gegangen: Mut. Ich glaube, dieses Jahr war ein mutiges Jahr für mich. Viele Entscheidungen hätte ich vor zwei Jahren wahrscheinlich noch nicht so getroffen. Sei es privat oder beruflich – ich habe in 2010 gelernt, dass es gut tut, manchmal über seinen Schatten zu springen und etwas mutiges zu wagen. Nicht, dass ich vorher als ausgesprochener Angsthase bekannt gewesen wäre – aber Mut äußert sich m.E. nach auf viele Weisen. Wenn ich z.B. jemanden auf der Straße sehe, der in Not ist – dann finde ich es nicht mutig, dort zu helfen. Das ist eigentlich normal, würde ich sagen. Für mich hat Mut in diesem Jahr z.B. bedeutet, für mich selbst Entscheidungen zu fällen, von denen ich wusste, dass sie mit schwierigen oder komplizierten Konsequenzen verbunden sein können.  Wenn ich schon während meines Handelns weiß, dass durchaus eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich damit vorerst scheitere, es aber trotzdem tue, weil ich denke, dass es langfristig sinnvoll ist, dann ist das für mich schon mutig. Mut könnte also bedeuten, nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, sondern sich bewusst für den steinigen Pfad zu entscheiden, weil man hofft, dass am Ende ein nettes Plätzchen mit schönem Ausblick auf einen wartet.

Eine weitere Lektion aus 2010 ist auch, dass manche Dinge einfach länger dauern. Man kann im Leben nichts erzwingen. Natürlich soll und kann man sein bestes geben, um gute Ausgangsvoraussetzungen für einen idealen Handlungsverlauf zu schaffen – aber letztlich ist man immer Teil des Ganzen: Viele Entscheidungen, Prozesse, Taten sind an Personen, Institutionen und gesellschaftliche Vorgaben gebunden. Nur weil ich denke, dass etwas Sinn macht – und meine Wünsche oder Handlungen auch argumentativ untermauern kann – heißt das noch lange nicht, dass andere das genauso sehen. Oder genauso schnell. Oder jemals sehen werden.

Aber das muss ja nicht unbedingt schlimm sein. In der Zeit, in der die anderen noch über Pro und Contra nachdenken, hat man Zeit die Umgebung zu besichtigen, einmal durchzuschnaufen und sich neu zu orientieren. Vielleicht ergibt sich so eine Chance, an die man vorher gar nicht gedacht hätte, aber die nicht minder erstrebenswert ist. Vielleicht. Vielleicht hat man auch einfach ein bisschen Zeit mit nachdenken verbracht, was so schlecht auch nicht ist.

Falls sich der werte Leser gerade fragt, „auf was will sie hinaus?“. Gute Frage! Ich denk gerade noch darüber nach. Aber ich habe ja gelernt, dass ich das jetzt auch noch gar nicht wissen muss! Denn gut‘ Ding will Weile haben. Und da ich jetzt mutig bin, habe ich keine Angst diese Zeit auszusitzen. Ich bin wahnsinnig gespannt auf das neue Jahr. Irgendwie habe ich so das Gefühl, dass sich da eine Menge für mich verändern wird. Und Veränderung tut auch dem Gewohnheitstier oft ganz schön gut.

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