Re:publica – Eindrücke des ersten Tages

Früh morgens in Berlin und aufgrund der W-Lan-Probleme im Friedrichstadtpalast verlasse ich mich nicht darauf, dort heute Netzanschluss zu bekommen. Nachdem es gestern schon mit einstündiger Verspätung losging wurde die Keynote von Johnny Häusler ziemlich zügig durchgezogen. Auffallend war, dass man mit allen Mitteln versucht, neue und „innovative“ Anwendungen und Tools zu verwenden. So wurde die Präsentation von Häusler natürlich mit dem iPhone gesteuert, was nicht immer gut geklappt hat und man stellt sich die Frage, warum man nicht einfach die Power Point so durchklickt. Vielleicht bin ich einfach ein bisschen zu sehr Verfechter von „good practices“ – kann ja sein.

Besonders gut gefallen hat mir der Vortrag von John Kelly, der extra aus New York angereist war, um über „Mapping the global blogosphere“ zu sprechen. Seine interaktiven Grafiken, die wunderbar aufzeigen, wie die Verteilung verschiedener Interessenschwerpunkte bei den Bloggern verschiedenen Regionen ist, waren wirklich sehr anschaulich. Zu der deutschen Blogosphäre gibt es zu sagen, dass wir beim Verlinken sehr abhängig von Leitmedien zu sein scheinen. spiegel.de ist – wenig überraschend – führend bei den Verweisen. Während die amerikanische Blogger-Szene (was man auf den Grafiken eben sehr gut darstellen kann) eine breitere Verteilung aufweist, sind Szenen wie Russland oder China viel stärker nach spezifischen Themen aufgeteilt. Damit man einen Eindruck erhält, wie diese Grafiken aussehen, hier ein Beispiel für den Iran. Jetzt stelle man sich das Ganze noch in 3D vor und dann bekommt man eine Vorstellung.

Ein nettes Gimick auf der re:publica ist die Twitter-Wand (übrigens: Twitter ist das Schlagwort…surprise), die, sofern das W-Lan funktioniert, das Gezwitscher, das unter #rp09 versendet wird direkt auf die Leinwand wirft. Man kann auch ganz altmodisch per SMS teilnehmen. Die Diskussion auf der Wand sorgte teilweise für Gelächter im Publikum, weil hinter den Redner auf der Bühne sarkastische Kommentare oder kritische Anmerkungen angebracht werden.

Diskutiert wurde auch immer wieder über die Rolle des Bloggers als Journalist. Da wollen die einen einen Pressausweis haben, während die anderen eine Gewerkschaft für Blogger fordern. Ist ein Blogger Journalist? Wenn man die investigative Komponente des Journalismus in der Vordergrund stellt, dann ist ein „normaler“ Blogger wohl per definitionem weniger Journalist. Aber diese Diskussion kann man wohl auch endlos führen. Für den Blogger aus Leidenschaft ist das ohnehin unwichtig: Wer Spaß am Bloggen hat, der macht das auch ohne das Etikett „Journalist“, oder?

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