Eine Geschichte zum Datenschutz

Keine Sorge, ich werde jetzt nicht in den lamentierenden Kanon der Verfechter des Datenschutzes einsteigen. Aber gestern hatte ich so ein kleines Erlebnis, wo ich mich schon fragen muss, wer hier eigentlich wen auf den Arm nimmt.

Im Geschäft wollte ich mit meiner EC-Karte bezahlen. Alles an sich kein Problem, bis mich die Dame nach meiner Adresse fragt. Da mir jetzt auf Anhieb der Zusammenhang zwischen meiner Zahlung und meiner Adresse nicht sofort einleuchtet, habe ich natürlich nachgefragt, wozu diese denn benötigt wird. Die Kassierin klärte mich dann auf, dass in diesem Geschäft auf die Eingabe der PIN verzichtet wird und als Verifikation daher die Adresse ins System eingetragen wird. Ich musste mich echt beherrschen, dass ich nicht lache, weil das ist absurd. Erstens könnte ich ihr wirklich jede Adresse der Welt angeben – wenn sie meine Personalien nicht überprüft, kann sie nie wissen, ob meine Angaben stimmen. Zweitens habe ich sowas ja noch nie gehört. Wenn sich ein Unternehmen dafür entscheidet auf die Unterschrift zu verzichten und somit einen Vertrauensvorschuss gegenüber ihren Kunden zu gewähren, dann ist das ehrlich gesagt nicht mein Problem. Jedenfalls kann ich da ja sehr persistent (Revolution! 😉 ) sein und habe auch klar gesagt, dass ich das nicht einsehe, ich gerne bereit bin meinen Ausweis zu zeigen, aber ich mir schon denken kann, dass dann in den nächsten Wochen ein nettes Werbebriefchen im Postkasten liegt. Nein, nein, für sie wäre das nur ein Kassenvorgang. Ja nee..is klar. Letztlich gab es dann auf einmal doch die Möglichkeit die PIN einzugeben und sie hatte ihre Ruhe und ich meinen Frieden. Die Moral von der Geschicht? Einen mündigen Kunden besch…. man so schnell nicht. 😉

4 Kommentare zu “Eine Geschichte zum Datenschutz

  1. Simone sagt:

    Das mit der Adresse ist wirklich witzig. 😉
    Hier in Spanien muss man bei jedem Kauf mit EC- oder VISA-Karte gleichzeitig auch den Personalausweis zeigen und den Beleg unterschreiben. Ist wesentlich sicher als in Deutschland, wo es mir schon sehr oft so ergangen ist, dass die Kassierin nicht einmal die Unterschrift auf der Karte mit der auf dem Beleg verglichen hat…

    • taragramm sagt:

      Klar, da geb ich dir auch recht! Aber ich finds nicht okay, wenn man den Kunden veräppelt um an seine Adresse zu kommen. Falls nämlich wirklich der Fall eintritt und die Lastschrift nicht bezahlt wird, dann hat der Kunde mit der Unterschrift die Bank bemächtigt, seine Adresse rauszugeben. Insofern: Ist zwar mehr Arbeit für das Unternehmen, aber das können sie umgehen indem sie die PIN eingeben lassen: Da wird nämlich zeitgleich die Deckung auf dem Konto überprüft.

  2. Hannah sagt:

    ja, weißt du was mir mal passiert ist? nichtsahnend gehe ich ans telefon und da ist eine dame, die sagt, dass sie eine umfrage macht blablbalbal. das kennen wir ja.. weil ich ja selbst mal als telefonistin und in einem umfrageinstitut gearbeitet hab, bin ich eigentlcih immer bereit, bei einer umfrage mitzumachen. also sag ichja. dann fragt sie mich, welchen wein ich trinke, wie oft etc etc.. ich denke mir schon: komische umfrage, aber gut.
    zwei wochen später erhalte ich einen anruf von einem weingut, das mir mitteilt, dass sie extra für mich ein weinpaket zusammengestellt haben mit meinen lieblingsweinen und ich das ganz günstig für 5 euro bekommen könnte. der dame am telefon hab ich aber sowas die meinung gesagt!!! das geht doch einfach nicht. Und da wundert man sich, warum keiner mehr auf Telefonumfragen reagiert, wenn das irgendjemand für sowas ausnutzt. Die Legalität des Unterfangens ist außerdem sehr fraglich.. was ich der Dame auch mitgeteilt habe. Sie hat gemeint, es wäre ja nur ein angebot und ich könnte es auch ablehnen.. naja, leute gibts….

    • taragramm sagt:

      Ja ich glaube in solchen Fällen kann man sich eigentlich wirklich an den Verbraucherschutz wenden. Aber wer macht das schon? Der Einzelne hat die Arbeit und bekommt letztendlich wahrscheinlich garnicht mit ob bzw. welche Kosequenzen folgen. Das ganze System müsste für den Kunden irgendwie transparenter sein.

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