E-Mail-freier Freitag?

Soeben hat mich Mandy auf eine Idee gebracht. Sie verweist auf einen Artikel aus dem Manager-Magazin, in dem sich der Autor kritisch mit dem Trend zur permanenten Erreichbarkeit via E-Mail, Blackberry und Co. auseinander setzt. Sein Vorschlag, einen E-Mail-freien Freitag nach amerikanischem Vorbild einzuführen, find ich ganz spannend. Da ich ohnehin aus aktuellem Anlass mal die Umfrage-Funktion in WordPress ausprobieren wollte, wage ich einen kühnen Versuch und frage meine Leser:

10 Kommentare zu “E-Mail-freier Freitag?

  1. furchtlos sagt:

    Besser noch: einen Internet-freien Tag.

  2. cspannagel sagt:

    Ich finde den Austausch über E-Mails und das Internet generell sehr wichtig und keineswegs belastend. Warum sollte ich freitags darauf verzichten, mit Menschen zu kommunizieren, so wie ich es die ganze Woche über mache? Um ihnen zu sagen, dass mich die Kommunikation mit ihnen eigentlich belastet und ich endlich freitags mal eine Auszeit brauche? Im Gegenteil: Ich will den Menschen, mit denen ich übers Internet kommuniziere, deutlich machen, dass mir die Kommunikation mit ihnen so wichtig ist, dass ich mir davon keine Auszeit nehmen möchte!

    • taragramm sagt:

      Hallo Christian,

      ich denke, so war das mit dem E-Mail-freien Tag nicht gemeint. Vielmehr sollte die Zeit genutzt werden, um persönlich ins Büro des Kollegen zu gehen und statt E-Mails auszutauschen, mit ihr oder ihm zu reden. Mir ist durchaus bewusst, dass es gerade bei vielen Personen eben KEIN Großraumbüro gibt, in dem man mal eben rübergehen kann und man deshalb auf alternative Kommunikationswege wie eben E-Mail ausweichen muss. Ich persönlich mag das Medium E-Mail, allerdings nervt es manchmal schon wirklich, wenn man für Sachen, die man in einer Minute face-to-face klären könnte einen mehrfachen Austausch per Mail produziert – ganz einfach, weil in schriftlicher Kommunikation das Potenzial missverstanden zu werden vielleicht doch höher ist, als wenn man den Gesprächspartner vor sich hat.

      Aber grundsätzlich geht es in dem Vorschlag nicht um WENIGER , sondern eben um ANDERE Kommunikation.

      Viele Grüße,

      Tara

      • Liebe Tara,

        das würde für mich aber bedeuten, dass ich grundsätzlich – jeden Tag – mein Kommunikationsverhalten überdenken muss. Ein E-Mail-freier Freitag behebt das Problem ja nicht unbedingt. Einfach in jeder Kommunikationssituation kurz überlegen, was wohl das geeignetste Medium ist, und dann auch montags oder dienstags mal jemanden anrufen. Durch das alltägliche, reflektierte Verhalten wird man automatisch zum „Vorbild“ für andere (die vielleicht positiv überrascht sind, dass man am Telefon die Sache so schnell abhandeln konnte). Ich denke, das bringt mehr als ein Retro-Freitag. 🙂

        Liebe Grüße,

        Christian

      • taragramm sagt:

        Christian das ist natürlich die allerbeste Variante! Aber aus meiner Sicht ist es wichtig, dass man nicht vergisst, dass nicht jeder E-Mail und Co. so selbstverständlich nimmt, wie wir. Einige Personen sehen das sicher als Belastung ständig mit E-Mails konfrontiert zu sein. Ich kenne Leute, die brauchen Stunden um solche schriftlichen Nachrichten zu beantworten. Ist natürlich alles auch eine Sache der Gewohnheit, aber für Leute, die gerne mal eine institutionalisierte Freigabe zum Nichtantworten bekommen würden, kann das durchaus entlastend sein! Deswegen ja auch der Vergleich mit dem Casual Friday: Die Leute, die es eigentlich hassen in Anzug und Kostum zu erscheinen haben da endlich mal die Chance aus dem feinen Zwirn in angenehmere Klamotten zu schlüpfen. Das Problem haben wir an der Uni selten 😉 aber so was solls schon geben.

        Liebe Grüße,
        Tara

      • cspannagel sagt:

        Liebe Tara,

        aber gerade für diese Leute wäre das ein falsches Signal. Man würde sagen: Ja, ihr habt recht, E-Mail ist etwas belastendes, etwas schlechtes, wir brauchen einen Tag Freiheit von E-Mails. Dieses Signal möchte ich gar nicht setzen!

        Ich möchte lieber folgende Message rüberbringen: E-Mail ist was tolles. Telefon auch. Und Twitter auch. Und auch der persönliche Besuch im Büro. Nimm die Variante, die du in der jeweiligen Situation für richtig hältst.

      • taragramm sagt:

        Ich bezweifle, dass ich das subjektive Empfinden der Leute dadurch beeinflussen würde. Letztlich bringt ja auch kein Leser einen konsequenten Nicht-Leser durch sein eigenes Nutzen von Büchern zum Lesen. Ich glaube die individuelle Mediennutzung muss man schon dem Einzelnen überlassen. Und nur damit das nochmal deutlich wird: Ich bin nicht für den E-Mail-freien Freitag, aber ich kann mir gut vorstellen, dass andere Leute das als gut empfinden würden. Mich damit zu arrangieren, einen Tag in der Woche keine Antwort per Mail zu bekommen, sehe ich überhaupt nicht als Problem. Jeder soll doch seien Freiheiten nutzen können – dazu gehört auch die Freiheit zur Wahl des Mediums. Eigentlich sind wir uns wohl einig! 😉

      • cspannagel sagt:

        Ja, von mir aus. ;-))

  3. furchtlos sagt:

    Es geht auch ein bisschen um die Ablenkung. Wie oft sitzt man vor dem Rechner und drückt einfach nur den Aktualisierungsknopf oder loggt sich immer wieder auf den gleichen Netzwerkseiten ein? Es gibt sicherlich Leute, auf die das nicht zu trifft. Ich persönlich, muss da konsequenter sein und meine Zeit besser nutzen. Es wird mir sicherlich nicht schaden, wenn ich eine Mail erst zwei Tage später lese.

    • taragramm sagt:

      Natürlich, man sollte sich da eigentlich nicht so unter Druck setzen lassen. Schließlich gibt es genug Leute, die absolut kein Problem damit haben, E-Mails erst nach einigen Tagen zu beantworten. Ich antworte normalerweise schon innerhalb von 24 h, sollte ich allerdings mal länger nicht online sein, dann habe ich eben eine Abwesenheitsmitteilung eingerichtet. Viele haben sich ja auch angewöhnt konsequent nur zwei Mal am Tag die Mails zu checken. Ich glaube, da muss jeder seinen eigenen Weg finden.

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