Volksverblödung?

Wer dieser Tage einen Klick auf bild.de wagt, der kann sich nur wundern. Da wird die Deutsche Nationalhymne samt Flagge für das Bewerben von Haushaltsgegenständen schändlich in Szene gesetzt. Schon seit längerem ist die Bild ja auf dem „Volks“-trip. Alle mehr oder weniger nützlichen oder nötigen Gebrauchsgegenstände werden da unter dem Schlagwort „Volk“ verhökert. Die Intention ist klar: Wer zum Volk gehört, der sollte gefälligst die (Volks)-Zahnbürste kaufen, die Bild mit Prädikat deutsch und tauglich ausgezeichnet hat. Nicht nur, dass ich es für unglaublich halte, dass hier suggeriert wird, dass ein ordentlicher Bürger die von Bild präferierte Marke kauft, nein. Auch dass es namhafte Unternehmen gibt, die auf diesen Werbezug aufspringen finde ich echt nicht nachvollziehbar. Die Bildzeitung hat mediale Macht, soviel ist klar, aber dass es soweit geht, dass man sich als mündiger Bürger etwas veräppelt vorkommt, das kann es ja nicht sein. Wirklich traurig ist jedoch, dass das Konzept ja offensichtlich funktioniert. Da rennen also die Leute los und kaufen sich den Volksrasierer oder die Volksklobürste oder was man noch so brauchen kann und denken wirklich, sie haben eine gute Tat vollbracht oder wären in den Kreis der elitären Käufer aufgestiegen. Herr, wirf Hirn vom Himmel. Tu es fürs Volk.

3 Kommentare zu “Volksverblödung?

  1. Das nennt man wohl die Erschließung neuer Märkte. Traurig, aber wahr.

  2. Hackibear sagt:

    Kleiner Tpp:

    Die Bildzeitung gibt es nicht !
    Der Titel Zeitung wurde der Bild bereits vor Jahren gerichtlich aberkannt,
    da dieses „Volks“-Blatt absolut nichts mit einer Zeitung,
    geschweige journalistischer Objektivität gemein hat.

  3. taragramm sagt:

    Kleiner Tipp zurück:

    Woher beziehst du denn deine Informationen? Dass die BILD keine Zeitung ist, ist eine alte Legende… Laut Artikel 6 des Bayerischem Pressegesetzes heißt es:

    „(3) 1 Zeitungen und Zeitschriften im Sinn dieses Gesetzes sind periodische Druckwerke, deren Auflage 500 Stück übersteigt. 2 Periodische Druckwerke, deren Auflage 500 Stück nicht übersteigt, gelten als Zeitungen und Zeitschriften nur dann, wenn ihr Bezug nicht an einen bestimmten Personenkreis gebunden ist. “

    Und nur damit es nicht heißt, das wäre nur in Bayern so (Pressegesetze sind nämlich Ländersache), hier noch ein Auszug aus dem Gesetz von Baden-Württemberg (§7 (4)):

    „(4) Periodische Druckwerke sind Zeitungen, Zeitschriften und andere in ständiger, wenn auch unregelmäßiger Folge und im Abstand von nicht mehr als sechs Monaten erscheinende Druckwerke.“

    Ich denke, wir sind uns einig, dass diese Merkmale auf die Bildzeitung zutreffen, weshalb ich ohne Bedenken den Begriff der Zeitung im Kontext mit der BILD verwenden kann.

    Schöne Grüße,

    Tara

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