Optimist, Pessimist, Realist

Gerade zu Beginn eines neuen Jahres zeigt sich, welche Grundtendenz an Stimmung eine Person hat. Früher habe ich immer behauptet ich wäre Realist, mittlerweile bin ich mir da gar nicht mehr so sicher. Deshalb versuche ich mal die drei Tendenzen aufzuschlüsseln:

Optimist

Wer eine optimistische Grundeinstellung hat, der sieht sozusagen überall nur volle Gläser. Beschwert man sich bei einem Optimisten über das kalte Winterwetter, so wird der einen gleich über die Vorteile der Kälte für zukünftige Insektenplagen im Sommer aufklären oder von wunderbaren Hütten-Aufenthalten bei klirrender Kälte mit anschließendem Kaminofen-Gelage berichten. Der Optimist freut sich auf das neue Jahr 2009, weil schließlich kann es ja nur besser werden und überhaupt: es gibt keine Probleme, sondern nur Herausforderungen.

Pessimist

Der Pessimist versucht sich intuitiv vor Enttäuschungen zu schützen und wiegelt erst einmal alles ab. Schlechtes Wetter? Aber hallo!! Und die Aussichten sind dazu auch noch bescheiden. Volle Gläser? Klar, haben wieder nicht alle ausgetrunken und jetzt muss man alles wegschütten und überhaupt, neulich ist erst wieder ein Glas herunter gefallen und zersprungen. Neulich hat jemand aus heiterem Himmel zu mir gesagt: „2009 wird beschissen. Ich weiß es ganz genau.“ Verwirrte Blicke auf meiner Seite. Auf mein sachtes Nachfragen, woher denn diese Annahme käme, erwiderte die Gute, dass sie „es einfach weiß“ und überhaupt die Finanzkrise und das wisse man doch. Ach so. Ja dann.

Realist

Als Realist versucht man die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Aber was heißt das schon? Denn jeder konstruiert sich ja seine Umwelt ganz individuell. Wie die Dinge also sind, kann deshalb auch jeder anders sehen. So wäre (aus meiner Sicht) die Meinung eines Börsenmaklers, dass er für 2009 turbulenten Zeiten entgegensteuert durchaus nachvollziehbar – letztendlich kann aber genau diesem Börsenmakler auch das beste Geschäftsjahr seines Lebens bevorstehen. Man weiß es nicht.

Als Vergleich eignet sich vielleicht ein Beispiel aus der BWL: Worst Case, Best Case, Average Case. Jemand der sich die Welt schönrechnet, der geht sozusagen vom Best Case aus. Gewinne an allen Fronten, Bilanz positiv, alles im grünen Bereich. Der Pessimist kalkuliert bedeutend zurückhaltender und plant mit dem Worst Case, was ihn vor überzogenen Vorstellungen und Enttäuschungen bewahrt. Beim Average Case sind Durchschnittswerte gefragt: Was kann unter normalen oder realistischen Bedingungen in nächster Zeit erzielt werden.

Letztendlich bleibt allen drei Auffassungen ein gemeinsames Gutes: Der Optimist ist nicht enttäuscht, ganz egal, wie ein Jahr (oder ein Projekt etc.) verläuft – denn schließlich geht es immer gut weiter. Der Pessimist kann ja auch nicht enttäuscht werden, denn entweder werden seine schlechten Erwartungen erfüllt (was ihm wiederrum eine Art Befriedigung verschaffen dürfte) oder es kommt eben besser als gedacht. Der Realist macht sich ohnehin (aus seiner Sicht) erfüllbare Bedingungen und kann deshalb eigentlich auch eher positiv als negativ überrascht werden.

Jetzt weiß ich immer noch nicht, wo ich mich zuordnen soll…Hm…Bei manchen Sachen bin ich unglaublich begeisterungsfähig und würde mich als absoluter Optimist bezeichnen. Bei anderen Dingen bin ich eher skeptisch und würde mich als realistisch bezeichnen. Pessimist bin ich eigentlich nicht. Vor allem nicht für das neue Jahr 2009. Wird schon, oder?!

2 Kommentare zu “Optimist, Pessimist, Realist

  1. Frank Vohle sagt:

    Ja es wird (zum großen Teil) das, was du dir ernsthaft vorstellst. Insofern: es wird schon 🙂

  2. […] Optimist, Pessimist, Realist (Beitrag von […]

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