Ein Jahr Blogging

Kaum zu glauben, oder? Seit einem Jahr führe ich dieses Weblog und habe dabei 85 Beiträge (das hier wird der 86ste) geschrieben. Dabei gehöre ich sicherlich nicht zu den Hardcore-Bloggern, die minütiös ihr Leben in einem Weblog aufbereiten, aber mehr als einen Beitrag pro Woche habe ich nach Adam Riese dann wohl doch geschrieben.

Mit dem Bloggen ist es schon so eine Sache: Am Anfang geht man da ziemlich blauäugig ran und versucht erst einmal so das Feld zu erkunden, auf dem man sich hier bewegt. Irgendwann merkt man, welche Art von Beiträgen besser ankommen (also einmal qualitativ – anhand des Feedbacks oder der Kommentare und einmal quantitativ – im Sinne der Klickzahlen). Es ist zwar eine interessante Erkenntnis, dass Beiträge über Tim Mälzer über Monate die Leute bei Laune halten können – letztlich hat es aber keinen Einfluss auf meinen einzelnen Beitrag. Ich blogge – ganz im Sinne der Autonomie – über was ich will und auch nur, wenn ich mich danach fühle. Manche Sachen muss man nicht mit jedem teilen, manche Sachen WILL man aber mit möglichst vielen teilen.

In meiner Masterarbeit habe ich mich mit dem Phänomen des Bloggens ja noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive beschäftigt und das hat meine Ansichten bzw. Praktik des Bloggens wahrscheinlich schon auch verändert. Es fiel mir schwer, nicht jeden Beitrag, den ich selbst erstellt habe, zu klassifizieren. „AHA! Ein hochgradig reflektiver Beitrag“ oder „Eindeutig zu Dokumentationszwecken.“ Deshalb gab es in der heißen Phase auch eher weniger Beiträge von mir selbst. Wenn man sich ausschließlich mit Blogs und der Blogosphäre beschäftigt, dann braucht es auch mal ein wenig Abstand.

Nun ja, jetzt blogge ich also seit einem Jahr und habe nicht vor, es in nächster Zeit wieder aufzugeben. Wer sich also an meinen Blog gewöhnt hat, der kann sich freuen. Alle anderen sollten es wie Peter Lustig halten: ausschalten.