Kausale Zusammenhänge

Ich bin eine Frau und ich blogge. Soweit nichts neues. Bei jetzt.de ist ein Interview mit Jan Schmidt erschienen, das genau diesen Sachverhalt untersucht: Wird das Internet jetzt weiblich? Diese Frage kann ich zwar leider nicht beantworten, kann aber versichern, dass mein Geschlecht keinen direkten Zusammenhang mit der Aufnahme dieses Blogs hatte. Es zeigt sich in Studien, dass Frauen das Medium Weblog eher als Tagebuch benutzen, während Fachblogs überwiegend von Männern betrieben werden. Insgesamt hält sich die Geschlechterverteilung bei den Bloggern allerdings die Waage. Daraus schließe ich, dass Frauen einfach nicht so gut im Selbstmarketing sind! Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass weibliche Blogger weniger interessante Dinge zu sagen haben.

Schmidt selbst hat in seinem Blog einen Preprint zu einem Aufsatz zu Geschlechterunterschieden in der deutschen Blogosphäre veröffentlicht. Den Link zur PDF gibt es hier.

6 Kommentare zu “Kausale Zusammenhänge

  1. Michaela sagt:

    Frauen sind einfach bescheidener…

  2. taragramm sagt:

    Hallo Michaela,
    kann sein. Aber vielleicht ist das auch einfach nur antrainiert/anerzogen?

    Grüße, Tara

  3. Jan Schmidt sagt:

    Hallo Tara, ich bin über Technorati auf Deinen Eintrag gestossen.

    „Daraus schließe ich, dass Frauen einfach nicht so gut im Selbstmarketing sind! Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass weibliche Blogger weniger interessante Dinge zu sagen haben.“

    Das würde ich unterschreiben; meiner Ansicht nach greift bei den ganzen Fragen nach Popularität, Prominenz, etc. in der Blogosphäre das Prinzip der Masse – wenn ein Blog erstmal eine gewisse Bekanntheit erreicht hat und verlinkt wird, steigt ja die Chance, dass es weitere Aufmerksamkeit bekommt. Dadurch verstetigen sich gewisse Hierarchien im Lauf der Zeit; dummerweise ziemlich unabhängig davon, ob die Inhalte in einem Blog jetzt gut oder schlecht, relevant oder nicht sind.

    Zu dem „antrainiert/anerzogen“: Mag sein, es hängt aber glaub ich auch damit zusammen, dass in der Gesellschaft bestimmte Themen als „relevanter“ gelten als andere: Berufliche oder „harte“ Themen (Medien, IT, Politik, …) werden eher gewürdigt als das privat-persönliche, das ja in der gesellschaftlichen Wertung einen eigenen Bereich jenseits des „Öffentlichen“ darstellt. Für viele Blogger (egal ob Frau oder Mann) ist der eigene Urlaub, die Partnerschaft, oder die Katze vermutlich wichtiger als die Gesundheitsreform, aber trotzdem gilt es als irrelevanter…

  4. taragramm sagt:

    Hallo Jan,

    das Erreichen der kritischen Masse für die Popularität von Blogs halte ich auch für entscheidend. Dann ist es wohl letztendlich egal, ob Männer oder Frauen an der Tastatur sitzen. Was die Inhalte angeht: Manchmal scheint es in der Tat unverständlich, warum manche Blogs immer noch so hohe Abrufzahlen haben, obwohl der Content eher mäßig ist. Kann das vielleicht daran liegen, dass einmal abonnierte Feeds weniger gelöscht werden, als wenn man „einfach mal so“ vorbeisurft? Oder kommt hier wieder der alte Spruch, der Mensch sei ein Gewohnheitstier zum Tragen?

    Zu dem zweiten Punkt: Eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass Frauen (v.a. der früheren Generationen) nicht gelernt/gelehrt bekommen haben ihre eigenen Leistungen zu schätzen und dafür zu sorgen, dass auch andere ihre Ideen anerkennen. Wenn Du sagst, dass bestimmte Themen in der Gesellschaft als wichtiger gelten (was ich so natürlich unterstützen kann), dann stellt sich mir aber wieder die Frage: Sprechen dann überwiegend Männer über „das Wichtige“? Oder geben sie maßgeblich an, was wichtig ist?

    Was das Private angeht: Klar, diese Dinge sind weniger wichtig für die Masse – verständlicherweise. Ich gebe zu, dass ich mich für die Katze eines (womöglich netten) Menschen irgendwo in Iowa auch wenig interessiere. 😉

    Viele Grüße,
    Tara

  5. Jan Schmidt sagt:

    Guten Morgen :),

    „Was die Inhalte angeht: Manchmal scheint es in der Tat unverständlich, warum manche Blogs immer noch so hohe Abrufzahlen haben, obwohl der Content eher mäßig ist. Kann das vielleicht daran liegen, dass einmal abonnierte Feeds weniger gelöscht werden, als wenn man “einfach mal so” vorbeisurft? Oder kommt hier wieder der alte Spruch, der Mensch sei ein Gewohnheitstier zum Tragen?“

    Hmmm, an dem seltenen ent-abonnieren von feeds ist was dran. Man baut halt so seine Routinen und Repertoires auf… 🙂

    „Wenn Du sagst, dass bestimmte Themen in der Gesellschaft als wichtiger gelten (was ich so natürlich unterstützen kann), dann stellt sich mir aber wieder die Frage: Sprechen dann überwiegend Männer über “das Wichtige”? Oder geben sie maßgeblich an, was wichtig ist?“

    Jein – aber Männer bloggen tendenziell häufiger als Frauen über berufliche Themen (worunter auch viel IT, Software, etc. fällt), über Politik, etc. Dadurch verstärken sie zu einem gewissen Grad auch wieder die Bedeutung, die diesen Themen beigemessen wird.

    Vielleicht kennst Du den Vortrag zu den „Mythen der Blogosphäre“ ja schon? Da greif ich ein paar dieser Themen auch auf

    http://www.slideshare.net/JanSchmidt/mythen-der-blogosphaere

    beste Grüße, jan

  6. taragramm sagt:

    Danke für den Tipp! Das werde ich mir gerne anschauen.

    Grüße, Tamara

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