Vom Schrauben und Bohren

Lektion 2: Hol dir Profis ins Haus.

Ich geb es ja zu – ich bin nicht nur muskelmäßig eher schwach ausgestattet – nein, ich bin auch sonst handwerklich nicht unbedingt besonders begabt. Wenn ich müsste, könnte ich sicherlich ein Regal zusammenbauen, aber es würde mich wohl eine ganze Menge Zeit kosten. Glücklicherweise kann der männliche Teil meiner Familie soviel Missgeschick nicht beobachten ohne dass ein Versuch meinerseits etwas zusammenzubauen in einem „gib mal her“-Ausruf endet. Alles Taktik – ist ja klar. Meine Aufgabe beschränkt sich dann darin, zu sagen, wo das betreffende Teil dann hängen, stehen oder liegen soll. Die Montage diverser Lampen in der neuen Wohnung hat am Wochenende schon das ein oder andere Drama ausgelöst. Zuerst die Küche: Ich hab mich für eine schlichte Deckenleuchte entschieden, die praktischerweise recht günstig war. Nachdem ich schon diverse Flüche aus der Küche gehört hatte, dachte ich mir schon, dass eventuell ein paar kleine Schwierigkeiten aufgetreten sein könnten. „Tara, das Klump kannst du gleich zurücktragen – da fehlt die Hälfte. SO kann ich das unmöglich aufhängen.“ Komisch, dachte ich mir, gibt es ja nicht. Die anwesenden Personen gehen also auf die Suche nach den fehlenden Schrauben (unter Protestrufen des Monteurs: „Die sind da nicht drin gewesen!!!“). Nachdem ich mich schon mit einer erneuten Fahrt zum Möbelhaus abgefunden hatte, plötzlich der Ruf aus der Küche: „Hey, vielleicht versuchen wir es mal hiermit!“ Ah ja…

Dann kam Problemfall Zwei: Ich hab mir einen Kronleuchter eingebildet. Schon beim Kauf war mir klar, dass das Galama geben würde. So kam es dann auch. Nicht mal ganz aus der Verpackung wurde das Prunkstück schon verjinxt und verspottet. Pah! Nachdem ich grob erklärt hatte, wie das System Kronleuchter funktioniert, ging es ans Werk. Als das Teil nach Proteststürmen endlich hing, war es schief. Na toll. „Kein Ding,“ hör ich da, „dafür brauchen wir nur was zum Gewichtsausgleich, dann passt das scho“. Ähm…ich zahl doch nicht Geld, damit ich eine schief hängende Lampe habe, die ich amateurmäßig mit Gewichten ausgleichen muss. „Gibt es da nicht eventuell eine andere Lösung?“ (Diplomatie ist ja alles.) Die gab es tatsächlich! Ich nenne sie „die Bedienungsanleitung“ (warum genau haben Männer da so eine Aversion dagegen?) Da sag ich dann mal: Es werde Licht!

3 Kommentare zu “Vom Schrauben und Bohren

  1. Timo sagt:

    Ja, da habt ihr Frauen das eindeutig leichter als wir Männer. Da funktioniert das einfach nicht und man wird komisch angeschaut 😉

    Aber ich bin über das Wort „Galama“ gestolpert – kannst du das bitte erläutern? Hab ich noch nie gehört – vielleicht kennt man das hier im hohen Norden nicht?!?

    Viele Grüße
    Timo

  2. taragramm sagt:

    Hi Timo,

    Galama ist so eine Bezeichnung für Stress, Ärger usw. Ich glaube, so hieß einmal ein Medikament zum Beruhigen der Nerven, aber leg mich darauf nicht fest. 😉

    Viele Grüße in den Norden!
    Tara

  3. Timo sagt:

    Moin (wie man bei uns sagt) Tara,

    wieder was dazugelernt – mal gucken, wann ich das das nächste Mal unvermittelt im Gespräch einbringen. Bringt den Gesprächspartner garantiert aus der Fassung 😉

    Bringt mich auf nen neuen Eintrag zum Bloggen – werde ich nachher mal verwirklichen.

    Viele Grüße in den Süden!
    Timo

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