Better save than sorry

Zur Zeit verfolgt mich das Thema „prosoziales Verhalten“. Immer wieder taucht es in Gesprächen in der Uni und auch privat auf. Klar, keiner nennt das „prosoziales Verhalten“, aber durch meinen tollen VHB-Kurs (ich bin wirklich begeistert) hab ich jetzt den passenden Begriff gefunden. Im Konstruktivismus-Seminar haben wir bereits unter dem Schlagwort „Moral“ viel über dieses „Verhalten, das zum Wohle anderer beiträgt“ diskutiert. Wenn ich sehe, dass jemand in Not ist, renn ich dann los und helfe? Die meisten Menschen werden wohl spontan sagen „ja klar, keine Frage“. Warum gibt es dann immer wieder Fälle, wo Menschen Zeugen eines Überfalls oder einer Ungerechtigkeit werden und eben nichts tun? Psychologisch lässt sich das u.a. mit dem „bystander-Effekt“ (Die NEON hat 2005 darüber geschrieben) erklären. Verkürzt dargestellt heißt das, je mehr Leute einen Vorfall beobachten, umso eher kommt es dazu, dass gedacht wird, der andere werde schon helfen. Einen interessanten Artikel zu diesem und anderen menschlichen Irrationalitäten gibt es hier. Derzeit fragt sich wahrscheinlich ganz Augsburg und Königsbrunn, wie es sein konnte, dass einige Personen die am Wochenende ermordete Nora um Hilfe rufen hörten, aber keiner etwas gemacht hat. Nun gut, Anschuldigungen helfen der 18-Jährigen jetzt leider auch nicht mehr weiter. Was aber meiner Ansicht nach hilft, ist ein Bewusstsein für seine eigenen Schwächen zu schaffen, um in einer ähnlichen Situation genau diesen Fehler nicht zu machen. Lieber einmal zuviel nachgefragt, ob jemand Hilfe braucht, als hinterher ein schlechtes Gewissen haben.

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