Muss das sein?

Gestern hatte ich eine interessante Email im Posteingang. Absender: StudiVZ. Aber hallo, dachte ich, was wollen denn die? Sie wollen nicht nur, die ändern de facto zum neuen Jahr ihre AGBs. Die haben sie mir, nett wie sie sind, auch gleich mitgeschickt. Und dann hab ich also tatsächlich elf Seiten AGBs durchgelesen, weil ich schon dachte, irgendwas MUSS da faul sein. Quintessenz der neuen Geschäftsbedingungen: Die persönlichen Daten eines jeden Nutzers werden dauerhaft gespeichert und dafür genutzt, mir personalisierte Werbung zu bieten. Dabei schließt das Studentennetzwerk ausdrücklich aus, dass Daten an Dritte weitergegeben werden. Die Auswahl zur persönlichen Werbeansprache nimmt demnach StudiVZ selbst vor. Heute greifen auch der Spiegel und die Welt das Thema auf, wobei die Welt die Sache extrem kritisch sieht. Ich bin auch am Zweifeln: Laut der Ankündigung, kann ich der Nutzung meiner Daten ausdrücklich widersprechen. Aber bedeutet dies, dass ich dann auch keinen Zugriff auf mein Profil habe? Da müssen wir wohl den 20. Dezember abwarten. An diesem Tag beginnt der Countdown zur Zustimmung – wer bis 9. Januar nicht in die neuen AGBs eingewilligt hat, tja, der hat wohl Pech gehabt. Die grundsätzliche Frage ist: Muss man sich im Internetzeitalter einfach daran gewöhnen, dass man ein „gläserner User“ ist oder sollte man sich wehren und in Zukunft auf das Nutzen solcher Plattformen verzichten? Wo liegt der Unterschied zu einem Online-Versandhaus, das beispielsweise schon vorher weiß, welche Bücher ich vielleicht gerne lesen würde? Bislang wird beim StudiVZ keiner gezwungen Daten, die über den Namen hinausgehen, anzugeben. Wenn jetzt allerdings Adresse und Co. angegeben werden müssen, dann seh ich die Sache schon recht skeptisch. Den diese Daten sind schlichtweg unnütz, wenn es um die personalisierte Werbung im Internet geht, oder?

3 Kommentare zu “Muss das sein?

  1. Rabenschwinge sagt:

    Wenn bis zum 31.03 die AGB’s nicht akzeptiert worden sind, dann werden diese Profile dauerhaft gelöscht. Die Daten werden also glücklicherweise nicht gespeichert. Da einige Datenschützer alamiert wurden, denke ich auch dass man dem trauen kann.
    Ich bin der Meinung, dass leider überall der Trend zum „gläsernen User“ hin besteht, nicht nur im Internet sondern vor allem auch in der Politik. Und genau aus diesem Grund sollte man sich wehren. Zum einen ist dies eine schrittweise Entwicklung, der erste Schritt scheint ist harmlos. Aber die folgenden Schritte dann vielleicht schon nicht mehr. Und wenn schon ein zwei Schritte pasiert sind, dann ist es zu spät.
    Man muss den Leuten klarmachen, dass man damit nicht einverstanden ist. Sonst ist in der übernächsten AGB Änderung dann Pflicht die Adresse anzugeben und in der dritten kann diese dann genutzt und gespeichert werden, wozu auch immer.
    Und möglicherweise zeigt der Protest dann ja auch Wirkung.

  2. Sandra sagt:

    +++ News vom studiVZ-Team +++

    1. studiVZ hat noch nie Nutzerdaten an Dritte verkauft und wird dies
    auch niemals tun.

    2. Wir haben beschlossen, die SMS- und Instant-Messenger-Werbung aus den
    Datenschutzerklärungen herauszunehmen. Diese Form der Werbung wird es
    damit bei studiVZ auch zukünftig nicht geben.

    3. Wer bis zum 9. Januar 2008 nicht die Gelegenheit hatte, den neuen AGB
    und Datenschutzerklärungen zuzustimmen, braucht sich keine Sorgen zu
    machen, dass sein Profil danach sofort gelöscht wird. Bis zum 31. März
    2008 bleiben eure Profile für alle anderen Mitglieder sichtbar und wir
    informieren euch weiterhin per Email über z.B. Freundschaftseinladungen.
    Unabhängig von der Zustimmung zur Einführung der neuen AGB, könnt ihr
    eure Profile im Übrigen jederzeit löschen, wenn ihr euch aus studiVZ
    exmatrikulieren wollt. Dann werden eure Daten sofort gelöscht und damit
    nicht weiter gespeichert.

  3. taragramm sagt:

    Danke für eure Kommentare! Kann mir vorstellen, dass in der StudiVZ-Zentrale gestern Land unter war. 😉 Die schnelle Reaktion auf die deutschlandweiten Proteste sind jedenfalls bezeichnend. Ich habe gestern auch schon eine Email von einer Bekannten erhalten, in der sie mitteilt, sie habe ihr Profil aufgrund der neuen AGBs bereits gelöscht. Schauen wir mal, wie es weitergeht…

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