Ich mach mir Sorgen. Ernsthafte Sorgen. Um Tim Mälzer. Der scheint gerade eine Krise durchzumachen. Seriously. Gut, ich weiß nicht, wie er vor seiner TV-Karriere charaktermäßig aufgestellt war, aber das Verhalten, dass er derzeit an den Tag legt, erinnert ein wenig an Totalausfälle à la Britney Spears. Ein Glück für uns, dass er nicht singt. Aber wer weiß, vielleicht kommt das ja noch. Nachdem der Junge aus Pinneberg erfolgreich und sympathisch mit seiner Kochshow auf Vox gestartet und in Nina (die mit dem Klemmbrett und den Pseudo-Fragen) die große Liebe gefunden hat, scheint ihm der Ruhm etwas zu Kopf gestiegen zu sein. Bereits vor ein paar Monaten, als er auf Einladung des ZWW im Audimax der Uni einen „Vortrag“ gehalten hat, habe ich mich geärgert, aber nachdem ich ihn gestern in der Kocharena erlebt hab, muss es raus: Lieber Tim Mälzer, was ist nur los mit dir??
Solidarität unter Kollegen? Kennt er nicht. Freundliches Verhalten gegenüber den Kandidaten? Fehlanzeige. Tim Mälzer weiß alles besser, muss zu allem was sagen und fragt sich wahrscheinlich im Grunde seines Herzens, wie er mit dieser Tour so viel Kohle scheffeln konnte. WAHNSINN. Vielleicht kommt das ja bei den Zuschauern an – ich finde es eher einen Grund zum Abschalten. Gut, man kann über den Sinn von Kochsendungen per se streiten, aber ganz ehrlich, so viel Auswahl hat der Mensch in der deutschen Fernsehlandschaft leider nicht.
Eigentlich fand ich ihn früher echt lustig und unterhaltsam – deshalb bin ich auch zu dem Vortrag gegangen, der an der Uni stattfand. Der Saal war übervoll und alle warteten gespannt auf den Redner, der dann auch unter großem Applaus in die Arena (diesmal nicht die „Kocharena“) einmarschierte. Die ausgelegten Werbepröbchen, die dem ZWW ermöglicht hatten, den Herrn Mälzer einzuladen, hat er erstmal mit „genmanipulierter Sch…“ tituliert. Suuuuper…da freut sich die Marketingabteilung sicher. Jedenfalls hat er das Publikum bloßgestellt und jeden vorgeführt, dessen Meinung nicht mit seiner konform ging. Ich glaube er sollte/wollte über gesundes Essen dozieren, aber irgendwie ist ihm das nicht so ganz gelungen. Er hat dann immer wieder Einspieler der Dokumentation „We feed the world“, die ich bereits kannte, gezeigt. Das Publikum schrie „ah“ und „oh“ und war nun vollends von Mälzers Allwissenheit überzeugt. So einige seiner Aussagen waren mehr als streitbar, aber ehrlich, man legt sich nicht mit Tim Mälzer an. Sonst geht es einem vielleicht wie Sarah Wiener, die er (übrigens auch gestern) als absolute Dilettantin auf ihrem Gebiet hingestellt hat. „Die Wiener? Die kann doch nicht kochen.“ Na ja, so wie der Tim gestern die Salsiccia(eine sizilianische Wurst; mein Opa dreht sich wahrscheinlich im Grab um) gequält hat, wäre ich etwas vorsichtig mit solchen Aussagen.
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Das Argument, das Internet wäre zu unpersönlich und überhaupt der Computer wäre ja als Interaktionspartner gähnend langweilig wurde auf dieser Seite witzig in Frage gestellt. Eine junge Dame bietet dem User jedenfalls Antworten zu so mancher Frage des Lebens. Wirklich amüsant gemacht! Jede Frage, die von mir gestellt wurde, wurde zumindest annähernd passend beantwortet. Sachen gibt’s… 
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Anscheinend ist es jetzt die neueste Mode von sozialen Netzwerken ihre Mitglieder durch schrillend laute Musikeinspielungen oder Gastkommentatoren aufzuwecken. Das StudiVZ demonstriert das seit einigen Wochen anschaulich: Nach dem Ausloggen einen falschen Zucker Zuckung (sorry, das Augsburgerisch ist mit mir durchgegangen
) mit der Maus gemacht und schon fängt es aus den Boxen zu plärren an. Ich denke da wirklich nicht dran und bekomme demnächst tatsächlich einen Herzinfarkt, wenn mich eine verzweifelte Duffy noch einmal um “Mercy” anbettelt. Himmel!
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Die Hochschule der Medien in Stuttgart hat einen Film über das Web 2.0 gedreht. Dabei kommen Blogger, Internet-Start-ups und andere zu Wort. Wer mal etwas Zeit hat, kann ja mal reinschauen. An manchen Stellen finde ich ihn etwas langatmig, aber gut, das ist ja Geschmackssache.
Link: sevenload.com
Was ich gerne zur Diskussion stellen möchte, ist ein Kommentar von Tim O’Reilly, der gegen Ende des Films die These aufwirft, der Digital Divide wäre quasi hinfällig. Seine Begründung: Nachdem nun jeder über Handy und Co. verfügt, kann man ja jederzeit ins Netz, somit wären Zugangsbarrieren nicht mehr gegeben. Das ist doch ein bisschen monokausal gedacht, oder bin ich da verblendet? Ich würde mich als relativ aufgeschlossen in Punkto Technologie bezeichnen, aber soweit, dass ich meine Emails am Handy checke, ist es noch nicht. Wie soll jemand, der das Medium Internet per se nicht oder nur wenig kennt, denn jetzt auf einmal per Mobiltelefon die Online-Welt entdecken? So einfach ist m.E. die Digitale Spaltung nicht überwunden.
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In Berlin findet derzeit die re:publica, eine Konferenz rund um das Thema Web 2.0, Blogging und Soziale Netzwerke statt. Die Crème de la Crème der Blogosphäre scheint versammelt (was man an den neuen Beiträgen in meinem RSS-Feed ablesen kann) und noch scheint sich kein endgültiges Urteil über Qualität und Sinn der Vorträge und Workshops abzuzeichnen. Einen ausführlichen Bericht über die Keynote von Viktor Mayer-Schönberger hat Marc Scheloske in seinem Blog verfasst. Er stellt dabei anschaulich dar, wie die sozialisierte Form des Vergessens durch das Internet und dessen massenhafte Datenspeicherung torpediert wird. Ich denke, der Ottonormal-User hat keine konkreten Vorstellungen davon, WAS mit seinen Daten geschieht und WIE LANGE sie tatsächlich gespeichert werden. Insofern ist der Beitrag ein guter Denkanstoß.
Ganz nett gemacht ist ein Wiki über die re:publica 08. Auch elementare Dinge, wie die Verpflegung werden da hinreichend erklärt.
Dass der Hype ums Web 2.0 mittlerweile auch bei „seriösen“ Medien angekommen ist, beweist dieses Chatprotokoll von tagesschau.de. Robert Basic von www.basicthinking.de/blog hat sich im Rahmen der Konferenz für ein Interview durch User zur Verfügung gestellt. Lesenswert und ausführlich. Die aufgeworfene Frage eines Chatters, ob denn der Bildblog überhaupt ein Blog sei, da die Kommentar-Funktion fehle, finde ich interessant. Denn eigentlich sehe ich die Möglichkeit zum Austausch über Trackback, Kommentare etc. schon auch als entscheidendes Merkmal eines Blogs an. Natürlich kann man seinen Blog „lediglich“ als persönliches Tagebuch nutzen, aber warum schreibt man es dann nicht klassisch in ein bunt bedrucktes Heftchen? Klar, weil man sich über eine gewisse Form von Feedback freut. Vielleicht ist das bei dem Bildblog nicht so? Man weiß es nicht…
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Im vorausgegangenen Beitrag ging es ja um Geschlechterunterschiede. Dabei habe ich die These aufgestellt, dass Frauen schlechter im Selbstmarketing sind. Heimlich still und leise werkeln sie vor sich hin und derweil sind gerade zwei Frauen aus der Medienpädagogik in Augsburg (einmal die Chefin
und einmal eine Doktorandin) in der Liste der höchstgerankten Wissenschaftsblogs vertreten. Gabi Reinmann und Mandy Schiefner. Wenn schon nicht Selbst- dann eben Fremdvermarktung - in dem Fall durch mich. 
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Ich bin eine Frau und ich blogge. Soweit nichts neues. Bei jetzt.de ist ein Interview mit Jan Schmidt erschienen, das genau diesen Sachverhalt untersucht: Wird das Internet jetzt weiblich? Diese Frage kann ich zwar leider nicht beantworten, kann aber versichern, dass mein Geschlecht keinen direkten Zusammenhang mit der Aufnahme dieses Blogs hatte. Es zeigt sich in Studien, dass Frauen das Medium Weblog eher als Tagebuch benutzen, während Fachblogs überwiegend von Männern betrieben werden. Insgesamt hält sich die Geschlechterverteilung bei den Bloggern allerdings die Waage. Daraus schließe ich, dass Frauen einfach nicht so gut im Selbstmarketing sind! Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass weibliche Blogger weniger interessante Dinge zu sagen haben.
Schmidt selbst hat in seinem Blog einen Preprint zu einem Aufsatz zu Geschlechterunterschieden in der deutschen Blogosphäre veröffentlicht. Den Link zur PDF gibt es hier.
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So langsam aber sicher bekomme ich eine Art Routine in mein “Projekt Masterarbeit”. Eigentlich bin ich ein guter Selbstmotivator, aber gerade in der Anfangsphase finde ich es schwierig am Ende des Tages zu sagen: Heut war ich aber produktiv. Meine Tätigkeit besteht derzeit aus ganz viel lesen und exzerpieren. Ist total wichtig, ich weiß, aber wenn man eben immer noch vor dem leeren Blatt Papier sitzt, kann man schon manchmal den Eindruck bekommen, man hätte zu wenig gemacht. Die Recherche und das Lesen sind grundlegend, denn in meinem Kopf muss sich erst ein klares Konzept bilden – vorher kann ich nicht richtig schreiben. Jeder hat da ja so seine eigene Technik: Einige reihen erst einmal Zitate aneinander und bauen ihren Text dann darum. Ich lese erst die Literatur, die ich als grundlegend erachte und markiere interessante oder wichtige Stellen. Nachdem ich meine eigenen Worte zu Papier gebracht habe, versuche ich meine Aussagen durch die Literatur zu belegen. Letztendlich ist es wohl egal, wie man es macht, die Hauptsache ist, das System funktioniert.
Das Problem mit dem Schreiben hängt derzeit auch mit dem empirischen Teil zusammen: Da ich immer noch auf er Suche nach einem geeigneten Unternehmen bin, will ich nicht so recht starten. Der geplante Versuchsaufbau ist total spannend und ich bin überzeugt davon, dass jedes Unternehmen einen Nutzen davon hätte: Die Schwierigkeit ist, als Externe an Unternehmen heranzutreten und ihnen mein Vorhaben schmackhaft zu machen. Ich will herausfinden, ob sich das Führen eines Knowledge Blogs als Werkzeug für das persönliche Wissensmanagement eignet. Das Ganze soll außerdem unter einer psychologischen Perspektive angepackt werden: Befriedigen Weblogs die menschlichen Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit?
Hier das “Anforderungsprofil” an das Unternehmen:
-         Internetaffinität von Vorteil
-         Erfahrungen mit Bloggen erwünscht, aber nicht unbedingt notwendig
-         Mitarbeiter, die wissensintensive Tätigkeiten ausführen
-Â Â Â Â Â Â Â Â Â Leute, die Lust aufs Bloggen haben
-         Branche: eigentlich egal, toll wäre ein gewisser Medienbezug
-    Es müssen nicht 500 Mitarbeiter sein, 10 wären auch schon wunderbarÂ
Â
Falls jetzt jemand spontan denkt, dass er in genau so einer Firma arbeitet oder genau so eine Firma kennt: BITTE MELDE DICH!
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Aus aktuellem Anlass muss ich mal eben den Moralapostel raushängen lassen: Gestern hat sich in Augsburg ein Mensch das Leben genommen. An sich tragisch genug, dazu kommt allerdings, dass ich die Berichterstattung der lokalen Presse nicht sehr vorbildlich finde. Ich verzichte in diesem Fall bewusst auf die Verlinkung zu besagtem Artikel, aber ich sag mal so: Der Fantasie bleibt kaum etwas überlassen. Da fiel mir wieder mein VHB-Kurs ein und die Lektion über den „Werther-Effekt“ bzw. der Darstellung von Suiziden in den Medien. Im Rahmen dieser Lektion wurden die Richtlinien von Phillips und Lesyna (1995) vorgestellt, die den Umgang mit Selbsttötungen in der Berichterstattung thematisieren. Darin heißt es beispielsweise, dass in den Medienberichten
- alternative Lösungsstrategien zum Selbstmord aufgezeigt werden sollen
- die Überschrift nicht direkt auf die Tat hinweisen sollte
- es zu keiner idealisierte Darstellung des Suizids kommen darf
- keine Details der Tat beschrieben werden sollten
- der Bericht nicht auf Seite 1 stehen sollte etc. pp.
Ich frag mich hier wirklich, ob es dem Leser dienen kann genaue Details zur Tat zu erfahren, bzw. die Berichterstattung tatsächlich bebildert und mit großer Überschrift publiziert werden sollte. Natürlich wird jetzt nicht jeder sich ein Beispiel nehmen und Selbstmord begehen, aber was ist, wenn man einen Labilen trifft, der es eben doch tut?
Eigentlich ist dieser Fall wieder nur ein geniales Beispiel für die Unvereinbarkeit von Wissenschaft und Praxis. Nicht, dass sich diese zwei per se ausschließen, aber oft hat man das Gefühl, es wird viel geforscht, richtiges und wichtiges gesagt, aber am Ende kümmert es doch keinen. So bleiben Richtlinien oder Ideen, wie die oben beschriebenen in der Schublade und werden allenfalls von Studenten der Medienwissenschaften wahrgenommen. (Aber ich bemühe mich im Kleinen diesen Zustand zu ändern
)
Und: Natürlich ist die Pressefreiheit ein hehres Gut, dass es zu verteidigen gilt, aber manchmal sollte man sich die Freiheit nehmen, über manche Sachen etwas weniger ausführlich zu berichten.
Literatur:
Phillips, D. P. & Lesyna, K. (1995). Suicide and the media. Research and policy implications. In R. F. W. Diekstra, W. Gulbinat, I. Kienhorst & D. De Leo (Hrsg.), Advances in Suicidology Volume II: Preventive strategies on suicide (S. 231–261). Leiden: Brill.
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Da sag nochmal einer, die Medien und das soziale Umfeld würden die Einstellungen von Kindern nicht prägen. Bei YouTube gibt es einen Clip der ABC News: Hier wurden amerikanischen Kids Bilder eines Arabers und eines Asiaten gezeigt. Für mich nicht verwunderlich, dass die Kinder überwiegend zugunsten des asiatischen Mannes votierten, obwohl die abgebildete Pose der beiden Männer identisch war. Seit dem 11. September hat die Skepsis gegenüber arabischen/islamischen Personen nicht nur bei den Amerikanern stark zugenommen - das überträgt sich natürlich auch auf die Kinder. Beim anschließenden Betrachten eines “caucasian” vs. “african-american” Mannes zeigte sich ein ähnliches Phänomen. Die Gruppe der Kinder hatte vor allem negative Assoziationen für den Mann mit schwarzer Hautfarbe übrig. Blöd bloß, dass der vermeintlich nette Mann der Oklahoma-Bomber ist…
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