Ja ja…

November 24, 2009 at 3:28 (Augsburg, Blogosphäre, Gedanken, Linktipps, Web 2.0) (, , , )

… das ist schon eine peinliche Sache: Die Stadt Augsburg hat beschlossen, einen Blogger abzumahnen, der sich die Domain augsburgr.de gesichert hat. Der kostspielige Brief vom Anwalt (Forderung: 18oo Euro) kam allerdings nicht, nachdem sich der 25-Jährige auf seinem Blog in sträflicher Weise über seine Heimatstadt geäußert hatte. Nein. Hier in Augsburg ist man immer einen Schritt voraus. Aufgrund einer Anfrage des Bloggers, der (in weiser Voraussicht) bei der Stadt Augsburg angefragt hatte, ob es denn i.O. gehe, wenn er die Domain verwende, kam gleich mal ein Schreiben mit der Abmahnung ins Haus geflattert. Gratulation Augsburg! Unserem Ruf, die grantigste Stadt Deutschlands zu sein, werden wir damit jedenfalls mehr als gerecht. Nicht nur, dass wir über die Stadtgrenzen für so genannte Döner-Verbote und sonstigen Irrsinn bekannt sind, nein, jetzt dürfen wir uns auch noch in der Blogosphäre vorführen lassen. Herzlichen Glückwunsch. Hier wohnt man gern! Für alle Liebhaber: Im Provinzblog wurde auch schon berichtet.

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Petition: Wissenschaftliche Publikationen

November 10, 2009 at 6:55 (Gedanken, Linktipps, Uni & Co) (, )

Im Moment läuft eine Petition, die durchsetzen will, dass die Öffentlichkeit kostenfrei Zugriff auf Publikationen erhält, die aus staatlich finanzierter Forschung hervorgehen. Ich finde, dass das Sinn macht, denn warum sollen die Bürger doppelt zahlen (einmal durch die Steuern; dann noch einmal für den Erwerb der Publikation). Es wird groß gepredigt, dass man Bürger braucht, die über solides Wissen, Schlüsselkompetenzen und Fähigkeiten im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien haben. An der Umsetzung scheint es aber irgendwie zu hapern. Die Petition ist zumindest ein guter Anlass, um die Rechte des Einzelnen im Rahmen einer Wissensgesellschaft zu stärken.

(Danke an Sandra für den Linktipp!)

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GMW09: Last but not least…

September 19, 2009 at 6:02 (Augsburg, Gedanken, KaffeePod, Linktipps, Uni & Co, Web 2.0) (, , , , )

… möchte ich neben allen anderen, die das bereits in reflektierter, unterhaltsamer und gewohnt ausführlicher Art gemacht haben, ein kurzes Resümee über die GMW09 ziehen.

Für mich war es die erste GMW-Tagung – viele andere hatten mir schon über den Charakter eines Klassentreffens berichtet, in der sich die Community jährlich trifft. Diesen Eindruck kann ich von meiner Seite nur bestätigen. Man kennt sich auf der GMW – oder man lernt sich kennen. Ich fand es schön, dass ich z.B. Joachim Wedekind und Christian Spannagel, die ich während dem Schreiben meiner Masterarbeit virtuell kennengelernt hatte, auch mal persönlich treffen konnte.

Mein persönliches Highlight war natürlich der Vortrag zum KaffeePod: Der Raum war sehr gut besucht und auch die Nachfragen, Diskussionen und Kommentare am Ende zeugten von Interesse an dem Projekt. Als ich nach der Session dann erfuhr, dass wohl im Vortrag so etwas wie „KaffeePod scheint eine gute Sache zu sein“ über Twitter lief, hab ich auch diesem Medium ein bisschen mehr Sympathie zukommen lassen können. ;) (Insgesamt bestimmte auch Twitter die GMW. Tatsächlich haben wohl nur wenige sehr viel getwittert, aber die Diskussion wurde dadurch auf jeden Fall am Laufen gehalten.) Die komplette Session widmete sich audiovisuellen Medien in der Lehre und Gabis Vortrag, der bald nach uns kam sorgte für Furore im Saal. Gut, dass mein Sitzplatz bereits gesichert war, sonst wäre es knapp geworden.

Die beste Keynote hielt m.E. Wolfgang Coy, der trotz anfänglicher technischer Schwierigkeiten (, die er mit einem Augenzwinkern kommentierte) einen gut aufbereiteten Vortrag zu Wikipedia und die historische Entwicklung dorthin hielt.

Das imb Augsburg bekam dann am Mittwoch den Publikumspreis des Medida-Prix verliehen. Der Festakt fand im Botanischen Garten in Berlin statt. Eine sehr schöne Location für die Verleihung, die von einer, ja, man kann sagen, extrem unterhaltsamen Andrea Thilo moderiert wurde. Da wurde vor lauter Aufregung schon die ein oder andere Krawatte noch auf dem Weg zur Bühne gebunden oder eine Laudatio vergessen. Der Ausklang war bestimmt von regen Diskussionen über die Entscheidungen zu den Gewinnern aus Bremen und Zürich, die sich mit ihren Projekten das Preisgeld von 100.000 Euro (gestiftet vom BMBF) teilen.

Fazit: Gute Stimmung, gute Organisation und interessante Sessions. Ich bin zufrieden. :)

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Alles neu!

August 25, 2009 at 11:13 (Gedanken, Uni & Co) (, , )

Die Universität Augsburg hat sich einen Relaunch gegönnt. Auf der Seite der Universität ist seit heute das neue Erscheinungsbild zu bewundern. Das Logo ist noch etwas gewöhnungsbedürftig und auch an die Aufmachung muss man sich erst einmal gewöhnen. Das neue Layout wirkt auf jeden Fall neuer und frischer und weniger überladen. Die Umstellung scheint nicht ganz ohne Probleme abgelaufen zu sein, waren doch den ganzen Vormittag die Uni-Server ausgefallen. Nichts ging mehr… Schön wäre es gewesen, wenn man als Admin auch über die Änderungen vorab informiert worden wäre. Meine Projektwebsite sieht nun jedenfalls ganz anders aus. Aber man soll ja offen für Neues sein, oder? ;)

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Zu früh gefreut…

August 7, 2009 at 8:36 (Augsburg, Gedanken, Privat, Umzug) (, , )

Es ist mittlerweile zu einem interessanten Phänomen geworden: Anfang des Jahres habe ich über den Pfosten berichtet, der in regelmäßigen Abständen vor meinem Haus umgefahren wird. Seit dem ist das Erste, was neue Besucher in meiner Wohnung machen, zum Fenster zu eilen und zu fragen: „Wo ist denn nun der Pfosten?“ Ich schließe daraus, dass alle brav mein Weblog lesen… sehr löblich ;) Da das Thema die Gemüter ja anscheinend bewegt, will ich ein kurzes Update zum Stand des Pfostens geben. Leider ist dieser derzeit nicht sehr gut. Gerade heute Morgen hatte ich schon beinahe „Juhu!“ gerufen: Beim Blick aus dem Fenster war mein Pfosten weg! Auf den zweiten Blick wurde mir das klar, dass ein mitdenkender Mensch nur eine, den Pfosten überragende Tanne, aufgestellt hat. „Clever!!!“, dachte ich mir, so kann wirklich NIEMAND mehr den Pfosten anfahren, da das Bäumchen definitiv im Rückspiegel zu sehen sein muss. Weit gefehlt. Kaum zwei Stunden später, erneuter Blick aus dem Fenster:

Poller

Da fehlen selbst mir die Worte…

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Twittagessen

Juli 30, 2009 at 8:09 (Blogosphäre, Gedanken, Linktipps, Medien, Web 2.0) (, )

Über Martin Ebner bin ich auf das Twittagessen gestoßen. Die Idee dahinter ist, dass sich Twitterer ungezwungen zum Mittagessen treffen. Wann genau Treffen stattfinden, kann man auf der Seite nachlesen. Find ich einen witzigen Einfall! So kann man den Kritikern von Twitter (genau wie natürlich allen anderen Social-Networking-Tools) ein bisschen den Wind aus den Segeln nehmen. Oft hört man doch den Vorwurf, dass sich Internetuser in asoziale Geeks verwandeln, die sich in ihre virtuelle Welt zurückziehen und keinen Kontakt mit der Außenwelt suchen. Obwohl es natürlich Suchtpotenzial im Internet gibt und auch Personen, die der virtuellen Welt mehr abgewinnen können als andere: Der Vorwurf ist natürlich schon dadurch absurd, da man davon ausgehen kann, dass schlaue Ideen und Entwicklungen überwiegend dann passieren können, wenn man Austausch hat und neue Eindrücke durch (Selbst-)Reflexion in Weiterentwicklungen transferiert. Insofern muss man wohl stark zwischen den jeweiligen Nutzern unterscheiden und sollte sich mit Pauschalurteilen zurückhalten.

Da ich nicht twittere (nein, immer noch nicht :) ) wird man mich bei so einem Lunch wohl nicht so schnell sehen, aber wer auf der Suche nach Gleichgesinnten ist, der kann hier sicherlich einen guten Austausch bekommen.

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Mediengespräche 2009

Juli 21, 2009 at 6:06 (Augsburg, Gedanken, Medien) (, , , )

Gestern fanden im Rathaus die diesjährigen Augsburger Mediengespräche statt. Die Gesprächsrunde stand unter dem Motto „Computerspiele und Gewalt – Helfen Verbote weiter?„. Bereits im Vorfeld hatte ich zahlreiche Leute gesprochen, die genervt die Augen verdrehten, weil sie das Thema „nicht mehr hören können“. Gerade deshalb hat es mich interessiert. Diskutiert haben Wolfgang Bergman (Erziehungswissenschaftler und in der Runde wohl als Therapeut geladen), Christine Haderthauer (, die nicht anders konnte, als Teile des CSU-Wahlprogramms einfließen zu lassen), Ulrike Kriener („Schauspielerin und Mutter“ – so steht es jedenfalls im Programmheft), Prof. Helmut Lukesch (Uni Regensburg), Prof. Jörg Müller-Lietzkow (Uni Paderborn) und Verena Weigand (BLM – Vertreterin des Jugendschutzes). Moderiert wurde von Thomas Kausch, einem TV-Moderator.

Natürlich wurde schnell die Schuldfrage laut. Da schiebt der eine die Schuld auf die Politik, der andere nimmt die Eltern in die Verantwortung und der nächste prangert die Industrie an. Argumentiert wurde teils mythenhaft mit Legenden über Versuche, wie die USK förmlich von der Spieleindustrie manipuliert würde, um eine Altersfreigabe zu erhalten (Ministerin Haderthauer bei einem ihrer Versuche klar zu stellen, wo sie in letzter Zeit überall falsch zitiert wurde). Prof. Müller-Lietzkow war in der Runde der „Underdog“ und bei derartigen Aussagen konnte er kaum an sich halten. Seine Argumente waren nachvollziehbar und meines Erachtens durchaus sachlich begründet, da er aber eben nicht GEGEN Spiele ist, war seine Stellung in der Runde natürlich schwierig.

Man muss sich das natürlich vor dem Hintergrund der Erwartungen und des Publikums anschauen. Besorgte Eltern, Anhänger der Piratenpartei, und jede Menge Politprominenz. Da tut sich der ein oder andere schwer, zu sagen, dass Computerspiele nicht immer verteufelt werden sollten. Ulrike Kriener hat mich ein bisschen enttäuscht. Vielleicht lag es an ihrer angekündigten Rolle, aber außer dem Vorschlag, alle Eltern sollen doch mit ihren Kindern (so wie sie und ihr Mann das machen würden) zum Bergsteigen gehen, halte ich für wenig lebensnah. Nichts gegen sportliche Aktivität, aber irgendwann sind eben Peer-Groups und andere Interessen spannender als elterliche Ausflüge. In die selbe Kerbe schlug auch Wolfgang Bergmann, der aus der Bibel zitiert und „Kindern können gar nicht anders, als ihre Eltern zu lieben“. Schön und gut…aber was hat das mit Gewaltspielen zu tun? Prof. Lukesch hat eine sehr regide Meinung zu dem Thema: Spielehersteller, die sich mit Gewaltspielen bereichern müssten moralisch mehr geächtet werden. Durch seine langjährige Arbeit kann er massenhaft Wirkungsstudien zu Gewaltspielen vorlegen. Prof. Müller-Lietzkow kündigte als Pendant dazu übrigens an, bald Ergebnisse einer derzeit laufenden inhaltsanalytischen Studie zu Gewaltspielen vorweisen zu können.

Was mir total gefehlt hat, war die Sicht eines Jugendlichen oder eines Spielers. Mir ist natürlich bewusst, dass die Mediengespräche sich mit hochkarätigen Sprechern rühmen wollen. Aber man kann doch nicht ohne direkt Beteiligte diskutieren. Prof. Lukesch und Prof. Müller-Lietzkow gaben an zumindest selbst die meisten Spiele, über die hier diskutiert wird, zu spielen. Wie sieht es mit Frau Haderthauer oder Frau Kriener aus? Warum kann man sich nicht mit seinem Kind vor den Computer setzen und sich mal zeigen lassen, was es da eigentlich spielt? Nur dann kann man doch eine Einschätzung geben, oder?

Lösungs- bzw. Verbesserungsvorschläge gab es vereinzelt: So wurde über eine Positivkennzeichnung für Spiele nachgedacht (die ich durchaus für sinnvoll halte) – also nicht nur zu sagen, was verboten ist, sondern auch, was für wen den gut geeignet ist. Das Fach Medienkompetenz in der Lehrerausbildung und im schulischen Curriculum stärker zu verankern wurde ebenso gefordert (und von anderen sofort abgeschmettert).

Mein Fazit: Unbefriedigend. Die Zeit war viel zu knapp bemessen, einige Redner konnten großen Sach- und Fachwissen aufweisen, wurden aber kaum zu Wort gelassen. Interessant war es allemal, aber viel schlauer ist das Publikum jedenfalls nicht nach Hause gegangen.

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Thinking…

Juni 26, 2009 at 12:37 (Gedanken, Medien)

Schon unglaublich, was sich derzeit angesichts des Todes von Michael Jackson in den Medien abspielt. In alter Gewohnheit nach dem Aufwachen als Erstes das Radio anzuschalten, hat es mich auch diesen Morgen kalt erwischt. „Michael Jackson ist tot.“ So schnell ist man selten wach. Aber warum ist das so? Ich bin weder ein Fan, noch hatte ich in irgendeiner Weise einen persönlichen Bezug zu MJ. Natürlich kenne und schätze ich seine Musik, aber das mache ich bei vielen anderen Künstlern schließlich auch. Aber das Thema bewegt – auch wenn man es nie gedacht hätte.

Ich komme gerade wirklich ins Grübeln: Viele Menschen sterben jeden Tag, im Iran tobt in diesem Moment eine erbitterte Schlacht um Freiheit und Gerechtigkeit. Und was machen wir? Nehmen es zu Kenntnis. Und machen weiter. Stirbt Michael Jackson, scheint für einen kleinen Moment die Zeit stillzustehen. Bei allem Respekt vor den Fans und der Familie des Verstorbenen, muss es erlaubt sein zu fragen, wie wir in unserer heutigen Welt die Prioritäten setzen. Spontane Versammlungen vor seiner Villa, vor dem Krankenhaus und überall auf der Welt. Menschen liegen sich in den Armen und weinen und singen. Irgendwie verrückt.

Die gefühlte emotionale Nähe zu MJ scheint hier ausschlaggebend zu sein. Was haben wir schon mit den Leuten in der Ferne gemeinsam, die sterben aber die wir nicht kennen? Natürlich kennt kaum einer von uns MJ, aber durch die medial suggerierte Nähe und ständige Verfügbarkeit kommt es einem so vor, als wäre er näher als man denkt. Die Geschichten, die sich um ihn ranken sind abstrus, verrückt und unglaublich – aber meines Erachtens ist das genau das Salz in der Suppe. Diese Möglichkeit, sich über MJ zu erzählen und genau zu wissen, der Gegenüber hat eine konkrete Vorstellung von was die Rede ist, macht diese Person relevant und interessant.

Ich folgere daraus für mich, dass ein entscheidender Faktor für die Erhöhung von Interesse und Aufmerksamkeit nicht nur die reine Information sondern vor allem die Geschichte „drumherum“ ist. Wer will sich nicht lieber einen Bericht in schillernden Farben im Vergleich zu einer nüchternen Schwarzweißaufnahme ansehen? Ob dieser Umstand richtig ist, sei dahingestellt. Ich denke, das wird man einfach so hinnehmen müssen. Die Herausforderung besteht aber darin, relevanten Inhalten, die auf den ersten Blick wenig „sexy“ erscheinen, einen schillernden Rahmen zu geben. Wirklich wichtige Botschaften könnten so beim Nutzer intensiver und vielleicht auch längerfristig wirken.

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Irrational.

Mai 22, 2009 at 11:57 (Blogosphäre, Gedanken, Linktipps, Uni & Co) (, , )

Ich bin gestern über ein witziges Video gestolpert. Dan Ariely hält darin einen Vortrag zur Irrationalität des Menschen. Unsere Entscheidungen haben seines Erachtens wenig mit Logik zu tun. Warum er so denkt, stellt er anhand plastischer Beispiele unterhaltsam dar. Ariely ist Professor für Verhaltensökonomie an der Duke-University und auch noch am MIT beschäftigt. Sein Bestseller „Predictably Irrational“ weckt mein Interesse, ich muss mir das mal besorgen. Das begleitende Blog zum Buch habe ich schon mal angeguckt: hier sind einige interessante Gedanken dabei. Kurz gesagt erforscht Ariely warum der Mensch sich in seinen Entscheidungen so unvernünftig verhält. Seine These ist, dass wir Dinge immer in Abhängigkeit von den umgebenden Variablen beurteilen. Zum Beispiel bei der Partnerwahl. Gibt es einen durchschnittlich aussehenden Jim und einen durchschnittlich aussehenden John, so werden beide ähnliche Chancen haben. Kommt allerdings eine weitere Person (nennen wir ihn Larry) dazu, die eine etwas schlechter aussehende Version von Jim ist, so steigen Jims Chancen, einen Treffer zu landen, erheblich. Spannend! So oder ähnlich verhält es sich mit den meisten Entscheidungen, die wir treffen.

Der Focus hat sich seinen Gedanken auch schon angenommen. Den ausführlichen Artikel gibt es hier.

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Tagung – kleine Rückschau

Mai 12, 2009 at 1:08 (Arbeit, Gedanken, Uni & Co) (, , , )

Letzte Woche fand das die erste große Projekttagung für das EU-Projekt statt. Gäste aus acht verschiedenen europäischen Ländern kamen angereist um sich endlich mal persönlich kennen zu lernen und sich über die Ziele und Ideen im Projekt face-to-face auszutauschen. Für uns als koordinierende Stelle bedeutete das im Vorfeld natürlich erheblichen organisatorischen Aufwand – knapp 20 Personen wollten mit Information, Betten, Essen etc. versorgt werden. Es war eine spannende Aufgabe aber es hat alles super geklappt und die Stimmung war hervorragend.

Die verschiedenen Präsentationen der Partner über ihre eigene Arbeit waren sehr interessant – jeder arbeitet mit anderen Systemen und legt komplett andere Schwerpunkte innerhalb seiner Forschung und Lehre. Ein Austausch ist somit für alle fruchtbar und man konnte richtig beobachten, wie bei dem ein oder anderen Partner die Ideen quasi übersprudelten.

Da ja die meisten Partner mit dem Thema Lehrerfortbildung vertraut sind, war auch dies ein großer Diskussionpunkt bei der Tagung. Interessant und vor allem neu waren die Berichte über die Handhabe der Lehrerfortbildung in den einzelnen Ländern. So muss es wohl so sein, dass in Norwegen Lehrer nicht bereit sind, außerhalb ihrer Schulzeiten an Lehrerfortbildungen teilzunehmen. Einen extra Aufwand möchten sie nicht in Kauf nehmen. Aus deutscher Sicht ähnlich wenig nachvollziehbar ist der Einwurf aus dem United Kingdom gewesen, als es darum ging, ob Lehrerfortbildungen duchgeführt werden. Die Universität ist dort wenig begeistert diese durchzuführen, da sie als Kompensation für die entfallenen Stunden pro Tag und Person 200 Englische Pfund an den Staat bezahlen muss! Unglaublich, oder? Hier in Deutschland, wo es ja sogar eine Pflicht zur Lehrerfortbildung gibt (in unterschiedlicher Ausprägung innerhalb der Bundesländer) ist diese Rechnung nicht ganz nachzuvollziehen. Da bemüht sich die Hochschule um eine höhere Qualität in der Lehrerfortbildung und wird dafür zur Kasse gebeten. In Bulgarien finden Fortbildungen grundsätzlich außerhalb der regulären Arbeitszeit statt und laut den Berichten der Partner stört sich daran keiner – im Gegenteil: das Lehrpersonal freut sich über die Chance auf Weiterbildung.

Da stellt sich einem ja schon die Frage, welches System hier sinnvoll ist. Ganz klar zeigt sich hier mal wieder Sozialisation und Kultur als Triebfedern dieses Bereichs. Aber auch ein bisschen ein Mangel an common sense…Wer ernsthaft Geld von der Hochschule verlangt, dass Defizite ausgeglichen werden, die von eigener Seite sträflich vernachlässigt werden, der hat aus meiner Sicht die Sache im Kern nicht erfasst. Langfristig rächt sich diese mangelnde Weiterbildung und dann geht es um ganz andere Dimensionen von finanziellen Verlusten, wenn zu wenig gut ausgebildete Lehrer überfordert mit den Anforderungen und Ansprüchen der Schüler sind.

Wir werden sehen, wie die Entwicklung weitergeht. Spätestens in einem Jahr treffen sich alle Partner wieder – dann in unserem Nachbarland Österreich, genauer gesagt in Innsbruck.

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