Ja ja…
… das ist schon eine peinliche Sache: Die Stadt Augsburg hat beschlossen, einen Blogger abzumahnen, der sich die Domain augsburgr.de gesichert hat. Der kostspielige Brief vom Anwalt (Forderung: 18oo Euro) kam allerdings nicht, nachdem sich der 25-Jährige auf seinem Blog in sträflicher Weise über seine Heimatstadt geäußert hatte. Nein. Hier in Augsburg ist man immer einen Schritt voraus. Aufgrund einer Anfrage des Bloggers, der (in weiser Voraussicht) bei der Stadt Augsburg angefragt hatte, ob es denn i.O. gehe, wenn er die Domain verwende, kam gleich mal ein Schreiben mit der Abmahnung ins Haus geflattert. Gratulation Augsburg! Unserem Ruf, die grantigste Stadt Deutschlands zu sein, werden wir damit jedenfalls mehr als gerecht. Nicht nur, dass wir über die Stadtgrenzen für so genannte Döner-Verbote und sonstigen Irrsinn bekannt sind, nein, jetzt dürfen wir uns auch noch in der Blogosphäre vorführen lassen. Herzlichen Glückwunsch. Hier wohnt man gern! Für alle Liebhaber: Im Provinzblog wurde auch schon berichtet.
Erfahrungsbericht bei e-teaching.org

Bei e-teaching.org läuft seit ein paar Wochen ein Special zum Thema „E-Learning – die Sicht der Studierenden“. Gemeinsam mit Christian habe ich einen Erfahrungsbericht zu unserem Projekt KaffeePod geschrieben. Ziel war es, die verschiedenen Perspektiven, die wir im Projekt haben, d.h. die der Studierenden und die der Dozierenden, deutlich zu machen. Seit gestern ist der Bericht online und kann hier gelesen werden. Auch Gabi hat sich schon ihre Gedanken zum E-Learning-Special gemacht. Ihren Beitrag dazu gibt es hier.
Stichwort: Berufsorientierung
Mit dem KaffeePod verfolgen wir u.a. das Ziel Berufswegsorientierung für die Nutzer zu liefern. Aus meiner Sicht ist es wichtig und richtig, informierte Entscheidungen über die möglichen Zukunftswege zu fällen. Dabei gilt allerdings in meinen Augen auch, dass es für alles den richtigen Zeitpunkt gibt. Wann sich jemand für ein Studium oder einen Beruf entscheidet ist abhängig vom Alter, von der Schulform (im Gynasium kann ich mir evtl. etwas länger Zeit lassen als auf der Hauptschule) und vielen anderen Faktoren. Jetzt bin ich über den e-learning-Blog auf ein interessantes Video über eine Notebook-Klasse gestoßen.
Hatten wir ja alles schon…ich weiß. Ein bisschen schockiert war ich aber, dass da 5. Klässler argumentieren, die Nutzung des Computers würde sie dann auch im beruflichen Leben weiterbringen, weil sie dann schon vorbereitet sein etc. Moment mal… 5. Klasse! Wie alt sind die da? Zehn oder elf? Wenn ich mal zurückdenke, habe ich in diesem Alter wirklich andere Sorgen gehabt, als mir über tatsächliche Folgen meines schulischen Lernens auf meinen möglichen Berufsalltag zu machen. Und: Ich find das auch gar nicht schlimm! Der Beruf/das Studium kam früh genug. Ich habe mich rechtzeitig schlau gemacht, was ich machen kann bzw. machen will und dann hat das schon geklappt. Natürlich brauchen einige hier mehr Unterstützung und die sollen sie ja auch durch Projekte wie den KaffeePod oder andere Stellen erhalten. Nur, dass Schüler anscheinend schon dermaßen früh eingetrichtert bekommen, dass sie später im Büro eine leichte Kugel schieben, weil sie im Unterricht mit dem PC gearbeitet haben..puh..da wird mir schon etwas mulmig. Klassischer Fall von Ökonimisierung der Bildung würde ich sagen. Welcher Stellenwert wird dem tatsächlichen Lernen (fürs Leben) eingeräumt? Ist es nur noch wichtig, dass ich effizient und effektiv in der Wirtschaft funktioniere?
Twittagessen
Über Martin Ebner bin ich auf das Twittagessen gestoßen. Die Idee dahinter ist, dass sich Twitterer ungezwungen zum Mittagessen treffen. Wann genau Treffen stattfinden, kann man auf der Seite nachlesen. Find ich einen witzigen Einfall! So kann man den Kritikern von Twitter (genau wie natürlich allen anderen Social-Networking-Tools) ein bisschen den Wind aus den Segeln nehmen. Oft hört man doch den Vorwurf, dass sich Internetuser in asoziale Geeks verwandeln, die sich in ihre virtuelle Welt zurückziehen und keinen Kontakt mit der Außenwelt suchen. Obwohl es natürlich Suchtpotenzial im Internet gibt und auch Personen, die der virtuellen Welt mehr abgewinnen können als andere: Der Vorwurf ist natürlich schon dadurch absurd, da man davon ausgehen kann, dass schlaue Ideen und Entwicklungen überwiegend dann passieren können, wenn man Austausch hat und neue Eindrücke durch (Selbst-)Reflexion in Weiterentwicklungen transferiert. Insofern muss man wohl stark zwischen den jeweiligen Nutzern unterscheiden und sollte sich mit Pauschalurteilen zurückhalten.
Da ich nicht twittere (nein, immer noch nicht
) wird man mich bei so einem Lunch wohl nicht so schnell sehen, aber wer auf der Suche nach Gleichgesinnten ist, der kann hier sicherlich einen guten Austausch bekommen.
Präsentation zum E-Learning
Eine sehr umfassende Einführung in das Thema E-Learning gibt Zaid Alsagoff in einer Präsentation, die er anlässlich eines Seminars gehalten hat. Die Folien sind m.E. sehr anschaulich und bilden ganz gut ab, was derzeit in Richtung E-Learning aktuell und relevant ist. Die Sammlung hat sicherlich einige Mühe gekostet, insofern sollte sie unbedingt wahrgenommen werden.
Umfrage zum Twittern
Zugegeben – mit Twitter kann ich nicht viel anfangen. Zwar interessieren mich die „Machenschaften“ dort von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus, aber die Motivation dort selbst zu zwitschern, habe ich nicht. Aber hier soll es heute nicht um meine eigene Meinung zum Twittern gehen, sondern um eure:
Sebastian vom Provinzblog führt im Rahmen eines Seminar eine Umfrage zum Twittern durch. Da es sicherlich viele gibt, die sich dem Trend nicht so standhaft wie ich verwehren können, möchte ich an dieser Stelle darauf verweisen. Klickt euch doch einfach durch und nehmt teil!
Ich hoffe, die Ergebnisse werden dann auch zugänglich gemacht, würde mich jedenfalls freuen.
Irrational.
Ich bin gestern über ein witziges Video gestolpert. Dan Ariely hält darin einen Vortrag zur Irrationalität des Menschen. Unsere Entscheidungen haben seines Erachtens wenig mit Logik zu tun. Warum er so denkt, stellt er anhand plastischer Beispiele unterhaltsam dar. Ariely ist Professor für Verhaltensökonomie an der Duke-University und auch noch am MIT beschäftigt. Sein Bestseller „Predictably Irrational“ weckt mein Interesse, ich muss mir das mal besorgen. Das begleitende Blog zum Buch habe ich schon mal angeguckt: hier sind einige interessante Gedanken dabei. Kurz gesagt erforscht Ariely warum der Mensch sich in seinen Entscheidungen so unvernünftig verhält. Seine These ist, dass wir Dinge immer in Abhängigkeit von den umgebenden Variablen beurteilen. Zum Beispiel bei der Partnerwahl. Gibt es einen durchschnittlich aussehenden Jim und einen durchschnittlich aussehenden John, so werden beide ähnliche Chancen haben. Kommt allerdings eine weitere Person (nennen wir ihn Larry) dazu, die eine etwas schlechter aussehende Version von Jim ist, so steigen Jims Chancen, einen Treffer zu landen, erheblich. Spannend! So oder ähnlich verhält es sich mit den meisten Entscheidungen, die wir treffen.
Der Focus hat sich seinen Gedanken auch schon angenommen. Den ausführlichen Artikel gibt es hier.
Andrew Keen plötzlich handzahm…
Ich hab vor einiger Zeit über ein Buch berichtet, dass ich mit Verwunderung und dennoch großem Interesse gelesen habe. The Cult of the Amateur von Andrew Keen. Jetzt habe ich auf Spiegel Online ein Interview mit ihm entdeckt, in dem er sich plötzlich geläutert zeigt. Würde er natürlich nie zugeben und überhaupt, sein ganzes Buch war doch Sarkasmus pur! Wie dumm, dass das eine Vielzahl von Leuten nicht ganz so rauslesen konnte. Jedenfalls scheint er jetzt selbst Twitter und Co. nicht mehr ganz so vehement zu widersprechen. Aber lest selbst: Keen im Interview.
re:publica – auf ein Letztes
Damit mein Besuch auf der re:publica hier im Blog auch noch einen Abschluss findet, will ich auf die Reflexion von Johnny Haeusler verweisen, die er in seinem Blog gepostet hat. Einige Kritikpunkte der Veranstaltung kann ich so unterschreiben. Dass es sich trotzdem gelohnt hat dabei zu sein, hat man hoffentlich an meinen Blogposts bemerkt. Meine Highlights waren definitiv Peter Schaar und Esra’a.
Johnny verweist auch auf die Freifunker, die – Asche auf ihr Haupt – alles auf die eigene Kappe nehmen und das desaströse W-Lan-Loch bedauern.

