Öffentliches Konsultationsverfahren für EU-Projekte
Nachdem ich gerade mitten in den Arbeiten zum Zwischenbericht für das EU-Projekt bin, kommt dieser Aufruf gerade recht: Die EU denkt wohl darüber nach, die Finanzbestimmungen und Abrechnungsverfahren in den Projekten zu vereinfachen. Dazu bittet sie nicht nur Institutionen, sondern auch Bürger, konstruktive Vorschläge abzugeben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Regelungen teilweise schon etwas undurchsichtig sind und eine Vereinfachung sicherlich hilfreich wäre. Zur „Public Consultation“ geht es hier.
Tagung – kleine Rückschau
Letzte Woche fand das die erste große Projekttagung für das EU-Projekt statt. Gäste aus acht verschiedenen europäischen Ländern kamen angereist um sich endlich mal persönlich kennen zu lernen und sich über die Ziele und Ideen im Projekt face-to-face auszutauschen. Für uns als koordinierende Stelle bedeutete das im Vorfeld natürlich erheblichen organisatorischen Aufwand – knapp 20 Personen wollten mit Information, Betten, Essen etc. versorgt werden. Es war eine spannende Aufgabe aber es hat alles super geklappt und die Stimmung war hervorragend.
Die verschiedenen Präsentationen der Partner über ihre eigene Arbeit waren sehr interessant – jeder arbeitet mit anderen Systemen und legt komplett andere Schwerpunkte innerhalb seiner Forschung und Lehre. Ein Austausch ist somit für alle fruchtbar und man konnte richtig beobachten, wie bei dem ein oder anderen Partner die Ideen quasi übersprudelten.
Da ja die meisten Partner mit dem Thema Lehrerfortbildung vertraut sind, war auch dies ein großer Diskussionpunkt bei der Tagung. Interessant und vor allem neu waren die Berichte über die Handhabe der Lehrerfortbildung in den einzelnen Ländern. So muss es wohl so sein, dass in Norwegen Lehrer nicht bereit sind, außerhalb ihrer Schulzeiten an Lehrerfortbildungen teilzunehmen. Einen extra Aufwand möchten sie nicht in Kauf nehmen. Aus deutscher Sicht ähnlich wenig nachvollziehbar ist der Einwurf aus dem United Kingdom gewesen, als es darum ging, ob Lehrerfortbildungen duchgeführt werden. Die Universität ist dort wenig begeistert diese durchzuführen, da sie als Kompensation für die entfallenen Stunden pro Tag und Person 200 Englische Pfund an den Staat bezahlen muss! Unglaublich, oder? Hier in Deutschland, wo es ja sogar eine Pflicht zur Lehrerfortbildung gibt (in unterschiedlicher Ausprägung innerhalb der Bundesländer) ist diese Rechnung nicht ganz nachzuvollziehen. Da bemüht sich die Hochschule um eine höhere Qualität in der Lehrerfortbildung und wird dafür zur Kasse gebeten. In Bulgarien finden Fortbildungen grundsätzlich außerhalb der regulären Arbeitszeit statt und laut den Berichten der Partner stört sich daran keiner – im Gegenteil: das Lehrpersonal freut sich über die Chance auf Weiterbildung.
Da stellt sich einem ja schon die Frage, welches System hier sinnvoll ist. Ganz klar zeigt sich hier mal wieder Sozialisation und Kultur als Triebfedern dieses Bereichs. Aber auch ein bisschen ein Mangel an common sense…Wer ernsthaft Geld von der Hochschule verlangt, dass Defizite ausgeglichen werden, die von eigener Seite sträflich vernachlässigt werden, der hat aus meiner Sicht die Sache im Kern nicht erfasst. Langfristig rächt sich diese mangelnde Weiterbildung und dann geht es um ganz andere Dimensionen von finanziellen Verlusten, wenn zu wenig gut ausgebildete Lehrer überfordert mit den Anforderungen und Ansprüchen der Schüler sind.
Wir werden sehen, wie die Entwicklung weitergeht. Spätestens in einem Jahr treffen sich alle Partner wieder – dann in unserem Nachbarland Österreich, genauer gesagt in Innsbruck.
Was gerade so los ist..
Im Moment komme ich leider nur wenig zum Bloggen. Jeden Tag denke ich daran, aber irgendwie haben immer andere Sachen Vorrang. Jetzt habe ich zwei Tage Urlaub und da habe ich endlich Zeit und Muse um einen kleinen Überblick über die aktuellen Ereignisse zu geben:
Vor zwei Wochen war ich in Bayreuth um einen unserer Projektpartner kennenzulernen. Eigentlich ist das eine Untertreibung, denn dort gibt es ein großes Team von sehr netten Leuten, die uns sehr warm willkommen geheißen haben. Neben einigen inhaltlichen Fragen, wie beispielsweise die Agenda-Punkte für das im Mai stattfindenden Projekttreffen gab es auch Zeit für den informellen Austausch und einen gemeinsamen Besuch in der Mensa. Und da war mal echt was los! In Augsburg ist die Mensa in der vorlesungsfreien Zeit tot. Nur sehr wenige Studierende verirren sich zur Essensausgabe und auch die Auswahl an Gerichten ist extrem beschränkt. Nicht so in Bayreuth: Massen von Studierenden und Mitarbeitern haben sich in lange Schlangen eingereiht um etwas Warmes zum Essen zu bekommen. Anscheinend ist es in Bayreuth so, dass viele Studis, die auf BA/MA studieren die meisten Prüfungen während der vorlesungsfreien Zeit absolvieren müssen – dementsprechend voll sind die Räumlichkeiten der Uni. Ansonsten kann man die Uni Bayreuth vom Baustil gut mit Augsburg vergleichen: typischer 70er-Jahre-Bau. Also von einem architektonischen Standpunkt eher minder schön – aber zweckmäßig
.
Meine aktuelle Hauptaufgabe ist gerade ein System aufzubauen, das den Lehrern als Begleitmedium bis zum nächsten Fortbildungsteil während den Lehrerfortbildungen(die diese Woche in die erste Runde gehen) dienen soll. Alles musste recht kurzfristig umgesetzt werden, da die Zusage vom Ministerium recht knapp kam. Da man ja mit den Aufgaben wächst, war es eine Herausforderung alles fit zu bekommen, aber Stand heute würde ich sagen, dass es soweit an den Start gehen kann. Es ist wirklich erstaunlich, wie sich so ein Prozess entwickeln kann. Vor zwei Wochen dachte ich noch, das sei auf gar keinen Fall zu stemmen (der Server und ich mussten erst einige Dissonanzen ausräumen
) aber irgendwie läuft es dann doch immer zusammen. Wer nur das Endprodukt sieht, der kann oft sicher garnicht wertschätzen, welche Zeit und Mühe solche Dinge kosten können. Aber letztendlich ist es natürlich schön, wenn alles doch noch klappt!
Ansonsten werde ich mich nächste Woche auf der Re:publica tummeln. (Aufmerksame Besucher meines Weblogs haben vielleicht schon das Banner entdeckt, das seit einiger Zeit im Seitenbereich zu sehen ist). Ich bin schon sehr gespannt auf die Vorträge und Diskussionen!

