Erfahrungsbericht bei e-teaching.org

Bei e-teaching.org läuft seit ein paar Wochen ein Special zum Thema „E-Learning – die Sicht der Studierenden“. Gemeinsam mit Christian habe ich einen Erfahrungsbericht zu unserem Projekt KaffeePod geschrieben. Ziel war es, die verschiedenen Perspektiven, die wir im Projekt haben, d.h. die der Studierenden und die der Dozierenden, deutlich zu machen. Seit gestern ist der Bericht online und kann hier gelesen werden. Auch Gabi hat sich schon ihre Gedanken zum E-Learning-Special gemacht. Ihren Beitrag dazu gibt es hier.
Stichwort: Berufsorientierung
Mit dem KaffeePod verfolgen wir u.a. das Ziel Berufswegsorientierung für die Nutzer zu liefern. Aus meiner Sicht ist es wichtig und richtig, informierte Entscheidungen über die möglichen Zukunftswege zu fällen. Dabei gilt allerdings in meinen Augen auch, dass es für alles den richtigen Zeitpunkt gibt. Wann sich jemand für ein Studium oder einen Beruf entscheidet ist abhängig vom Alter, von der Schulform (im Gynasium kann ich mir evtl. etwas länger Zeit lassen als auf der Hauptschule) und vielen anderen Faktoren. Jetzt bin ich über den e-learning-Blog auf ein interessantes Video über eine Notebook-Klasse gestoßen.
Hatten wir ja alles schon…ich weiß. Ein bisschen schockiert war ich aber, dass da 5. Klässler argumentieren, die Nutzung des Computers würde sie dann auch im beruflichen Leben weiterbringen, weil sie dann schon vorbereitet sein etc. Moment mal… 5. Klasse! Wie alt sind die da? Zehn oder elf? Wenn ich mal zurückdenke, habe ich in diesem Alter wirklich andere Sorgen gehabt, als mir über tatsächliche Folgen meines schulischen Lernens auf meinen möglichen Berufsalltag zu machen. Und: Ich find das auch gar nicht schlimm! Der Beruf/das Studium kam früh genug. Ich habe mich rechtzeitig schlau gemacht, was ich machen kann bzw. machen will und dann hat das schon geklappt. Natürlich brauchen einige hier mehr Unterstützung und die sollen sie ja auch durch Projekte wie den KaffeePod oder andere Stellen erhalten. Nur, dass Schüler anscheinend schon dermaßen früh eingetrichtert bekommen, dass sie später im Büro eine leichte Kugel schieben, weil sie im Unterricht mit dem PC gearbeitet haben..puh..da wird mir schon etwas mulmig. Klassischer Fall von Ökonimisierung der Bildung würde ich sagen. Welcher Stellenwert wird dem tatsächlichen Lernen (fürs Leben) eingeräumt? Ist es nur noch wichtig, dass ich effizient und effektiv in der Wirtschaft funktioniere?
GMW09: Last but not least…
… möchte ich neben allen anderen, die das bereits in reflektierter, unterhaltsamer und gewohnt ausführlicher Art gemacht haben, ein kurzes Resümee über die GMW09 ziehen.
Für mich war es die erste GMW-Tagung – viele andere hatten mir schon über den Charakter eines Klassentreffens berichtet, in der sich die Community jährlich trifft. Diesen Eindruck kann ich von meiner Seite nur bestätigen. Man kennt sich auf der GMW – oder man lernt sich kennen. Ich fand es schön, dass ich z.B. Joachim Wedekind und Christian Spannagel, die ich während dem Schreiben meiner Masterarbeit virtuell kennengelernt hatte, auch mal persönlich treffen konnte.
Mein persönliches Highlight war natürlich der Vortrag zum KaffeePod: Der Raum war sehr gut besucht und auch die Nachfragen, Diskussionen und Kommentare am Ende zeugten von Interesse an dem Projekt. Als ich nach der Session dann erfuhr, dass wohl im Vortrag so etwas wie „KaffeePod scheint eine gute Sache zu sein“ über Twitter lief, hab ich auch diesem Medium ein bisschen mehr Sympathie zukommen lassen können.
(Insgesamt bestimmte auch Twitter die GMW. Tatsächlich haben wohl nur wenige sehr viel getwittert, aber die Diskussion wurde dadurch auf jeden Fall am Laufen gehalten.) Die komplette Session widmete sich audiovisuellen Medien in der Lehre und Gabis Vortrag, der bald nach uns kam sorgte für Furore im Saal. Gut, dass mein Sitzplatz bereits gesichert war, sonst wäre es knapp geworden.
Die beste Keynote hielt m.E. Wolfgang Coy, der trotz anfänglicher technischer Schwierigkeiten (, die er mit einem Augenzwinkern kommentierte) einen gut aufbereiteten Vortrag zu Wikipedia und die historische Entwicklung dorthin hielt.
Das imb Augsburg bekam dann am Mittwoch den Publikumspreis des Medida-Prix verliehen. Der Festakt fand im Botanischen Garten in Berlin statt. Eine sehr schöne Location für die Verleihung, die von einer, ja, man kann sagen, extrem unterhaltsamen Andrea Thilo moderiert wurde. Da wurde vor lauter Aufregung schon die ein oder andere Krawatte noch auf dem Weg zur Bühne gebunden oder eine Laudatio vergessen. Der Ausklang war bestimmt von regen Diskussionen über die Entscheidungen zu den Gewinnern aus Bremen und Zürich, die sich mit ihren Projekten das Preisgeld von 100.000 Euro (gestiftet vom BMBF) teilen.
Fazit: Gute Stimmung, gute Organisation und interessante Sessions. Ich bin zufrieden.
GMW09 – Vortragsfolien
Ein kurzer Beitrag direkt von der GMW09, wo wir gestern unser Konzept zum KaffeePod vorstellen konnten. Um einen Einblick in unseren Vortrag zu geben, hier schon mal vorab die Folien. Der Beitrag ist bereits in gedruckter Form im Tagungsband enthalten, wird aber nächste Woche auch online zugänglich sein. Dann kann der Interessierte sich tiefer in unsere Ideen einlesen.
www.kaffeepod.de
Die Website zum Projekt KaffeePod ist fertig. Pünktlich zur GMW09 wurde die Seite gelauncht, und die beiden ersten Podcasts stehen bereits zum Anhören und Download zur Verfügung.
Wir haben uns entschieden zum Start gleich zwei Folgen online zu stellen. Zum einen möchten wir damit dem Durst nach dem KaffeePod, der uns in der letzten Zeit verstärkt aufgefallen ist, stillen. Zum anderen zeigt sich so schnell die Verschiedenheit der einzelnen Folgen. Aus früheren Erfahrungen mit Hörspielprojekten haben wir mitgenommen, dass man in Sachen Nachhaltigkeit und Kontinuität an der Universität oftmals an seine Grenzen stößt, wenn man Projekte sehr stark an bestimmte Personen knüpft. Mögen diese noch so sehr mit Herzblut an dem Vorhaben arbeiten – die natürliche Entwicklung ist einfach, dass Studierende irgendwann die Universität verlassen und neue Wege (und neue Projekte) gehen. Insofern war es erklärtes Ziel zwar Konstanten (z.B. in Form des zentralen Ortes, der Cafeteria) einzusetzen, aber von Beginn an Strukturen zu schaffen, die eine längerfristige Auslegung des Konzepts ermöglichen.
Die beiden Folgen zeigen, dass zwei unterschiedliche Gruppen im großen Kontext des universitären Lebens sehr verschiedene Wege gehen können. Ein KaffeePod zeigt auf, welche Möglichkeiten für Studierende mit Kind bestehen. Dabei werden sehr anschaulich die unterschiedlichen Etappen von Schwangerschaft über Kinderkrippe bis zum Kindergarten aufgezeigt. Die zweite Gruppe hat sich mit dem Thema „Lernen und Lehren“ auseinandergesetzt. Besonders im Hinblick auf die Erstsemester, die in den nächsten Wochen die Uni das erste Mal erstürmen, halte ich das für eine wichtige zusätzliche Informationsquelle um wichtige Fragen über Veranstaltungen, Prüfungen etc. zu klären.
Zusätzlich haben wir gestern die Nachricht erhalten, dass der KaffeePod für ausländische Studierende (eine Erweiterung der Ursprungsidee mit einem mehrsprachigen KaffeePod) beim Wettbewerb Generation-D in die nächste Runde gekommen ist und sich nun zu den 20 Finalisten zählen darf.
Ich bin ehrlich begeistert über den Zuspruch und die Offenheit, die der KaffeePod erfährt! Wie bereits geschrieben, geht es uns darum nachhaltige Strukturen zu schaffen. Bislang sieht es so aus, als würde uns das sehr gut gelingen. Trotz aller Euphorie versuchen wir natürlich auch ein selbstkritisches Auge auf uns zu werfen, so dass auch eine kontinuierliche Verbesserung der Ausgangsidee stattfindet.Wir sind deshalb gespannt auf die Diskussion zu unserem Vortrag am Dienstag.
Counting down to zero!
1. September: Nicht nur ist heute meteorologischer Herbstanfang, nein, heute war auch die Deadline für die fertigen KaffeePods. Alle Studierenden haben pünktlich abgegeben und ich freue mich schon heute, wenn wir die fertigen Podcasts endlich auf unserer Website, die in den Startlöchern steht, präsentieren können. In zwei Wochen fahren wir (d.h. Sandra und ich) auf die GMW um dort unser Paper (sobald es online steht, werde ich an dieser Stelle darauf verlinken) zum KaffeePod auf der Tagung zu präsentieren. Bis dahin werden die letzten Arbeiten an der Internetpräsenz abgeschlossen sein und wir können endlich die kreativen Ideen und Geschichten der Studierenden vorzeigen.
Sehr viel Engagement ist von Seiten des ganzen Teams und auch von den Studierenden in das Projekt geflossen und das Konzept steht unserer Meinung nach auf einer sehr soliden Basis, weshalb wir auch im nächsten Semester die Arbeit am KaffeePod weiterführen werden. Ich biete deshalb im Wintersemester erneut ein Seminar an – an spannenden Themen mangelt es nicht – und auch Sandra wird mit dem Begleitstudium die Kooperation und Distribution rund um den KaffeePod weiter vorantreiben. Ich denke die Sache wird so schnell nicht erledigt sein, erstens weil das Projekt zu unserem ganz persönlichen „Baby“ geworden ist und zweitens weil auch im Zuge von Bologna ein großer Bedarf besteht, innovative und zielführende Konzepte zu entwickeln, von denen Studierende und Hochschule gleichermaßen profitieren können.
Alles neu!
Die Universität Augsburg hat sich einen Relaunch gegönnt. Auf der Seite der Universität ist seit heute das neue Erscheinungsbild zu bewundern. Das Logo ist noch etwas gewöhnungsbedürftig und auch an die Aufmachung muss man sich erst einmal gewöhnen. Das neue Layout wirkt auf jeden Fall neuer und frischer und weniger überladen. Die Umstellung scheint nicht ganz ohne Probleme abgelaufen zu sein, waren doch den ganzen Vormittag die Uni-Server ausgefallen. Nichts ging mehr… Schön wäre es gewesen, wenn man als Admin auch über die Änderungen vorab informiert worden wäre. Meine Projektwebsite sieht nun jedenfalls ganz anders aus. Aber man soll ja offen für Neues sein, oder?
Zu früh gefreut…
Es ist mittlerweile zu einem interessanten Phänomen geworden: Anfang des Jahres habe ich über den Pfosten berichtet, der in regelmäßigen Abständen vor meinem Haus umgefahren wird. Seit dem ist das Erste, was neue Besucher in meiner Wohnung machen, zum Fenster zu eilen und zu fragen: „Wo ist denn nun der Pfosten?“ Ich schließe daraus, dass alle brav mein Weblog lesen… sehr löblich
Da das Thema die Gemüter ja anscheinend bewegt, will ich ein kurzes Update zum Stand des Pfostens geben. Leider ist dieser derzeit nicht sehr gut. Gerade heute Morgen hatte ich schon beinahe „Juhu!“ gerufen: Beim Blick aus dem Fenster war mein Pfosten weg! Auf den zweiten Blick wurde mir das klar, dass ein mitdenkender Mensch nur eine, den Pfosten überragende Tanne, aufgestellt hat. „Clever!!!“, dachte ich mir, so kann wirklich NIEMAND mehr den Pfosten anfahren, da das Bäumchen definitiv im Rückspiegel zu sehen sein muss. Weit gefehlt. Kaum zwei Stunden später, erneuter Blick aus dem Fenster:

Da fehlen selbst mir die Worte…
Twittagessen
Über Martin Ebner bin ich auf das Twittagessen gestoßen. Die Idee dahinter ist, dass sich Twitterer ungezwungen zum Mittagessen treffen. Wann genau Treffen stattfinden, kann man auf der Seite nachlesen. Find ich einen witzigen Einfall! So kann man den Kritikern von Twitter (genau wie natürlich allen anderen Social-Networking-Tools) ein bisschen den Wind aus den Segeln nehmen. Oft hört man doch den Vorwurf, dass sich Internetuser in asoziale Geeks verwandeln, die sich in ihre virtuelle Welt zurückziehen und keinen Kontakt mit der Außenwelt suchen. Obwohl es natürlich Suchtpotenzial im Internet gibt und auch Personen, die der virtuellen Welt mehr abgewinnen können als andere: Der Vorwurf ist natürlich schon dadurch absurd, da man davon ausgehen kann, dass schlaue Ideen und Entwicklungen überwiegend dann passieren können, wenn man Austausch hat und neue Eindrücke durch (Selbst-)Reflexion in Weiterentwicklungen transferiert. Insofern muss man wohl stark zwischen den jeweiligen Nutzern unterscheiden und sollte sich mit Pauschalurteilen zurückhalten.
Da ich nicht twittere (nein, immer noch nicht
) wird man mich bei so einem Lunch wohl nicht so schnell sehen, aber wer auf der Suche nach Gleichgesinnten ist, der kann hier sicherlich einen guten Austausch bekommen.

